Bank Linth mit weniger Gewinn trotz respektablem Zinserfolg und Neugeldzufluss

(Zusammenfassung nach MK)
18.08.2016 16:20

Uznach (awp) - Die Bank Linth hat im ersten Semester 2016 weniger Gewinn erwirtschaftet als im Vorhalbjahr. Damals löste die Bank Risikoreserven von 1,4 Mio CHF aus dem US-Steuerstreit auf. Im Gegenzug zog die Bank vermehrt Neugelder an und ist im Zinsgeschäft erfolgreicher als anderer Regionalbanken. Das erste Halbjahr 2016 werde aber zumindest hinsichtlich der Zinsmargen eine Ausnahme bleiben, meint CEO David Sarasin.

Im Allgemeinen habe sich die Berichtsperiode durch ein "verhaltenes Wachstum ausgezeichnet", so der Bankchef. Die Zurückhaltung der Anleger sei neben den Unsicherheiten an den Finanzmärkten "der Hauptgrund" für das rückläufige Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, so der Chef der Bank.

Zwischen Januar und Juni erzielte die mehrheitlich zur LLB-Gruppe gehörende Bank einen Geschäftsertrag von 42,6 Mio CHF, ein Minus von 0,4% gegenüber dem ersten Halbjahr 2015. Im Devisengeschäft habe man aufgrund der Aufhebung des Euro-Mindestkurses 2015 "noch stärker vom Handel profitieren können," sagt CEO David Sarasin anlässlich eines Mediengesprächs.

Dass die Bank einen kleineren Halbjahresgewinn von 10,1 Mio CHF (-12,4%) verbuchte, lag an den im Jahr zuvor aufgelösten Reserven, die im Rahmen des US-Steuerstreits gebildet wurden, so Sarasin dazu. Ohne diese Auflösung von 1,4 Mio CHF läge der Halbjahresgewinn auf dem gleichen Niveau. Zusammengefasst könne man mit dem Ergebnis des ersten Halbjahrs "sehr zufrieden" sein.

ZINSGESCHÄFT BLEIBT VOLATIL

Im wichtigsten Bereich, dem Zinsgeschäft, verzeichnete die Bank hingegen mehr Erfolg. "Wir wollen den Preisdruck nicht unter allen Umständen mitmachen," so Sarasin, "wir setzen lieber vermehrt auf qualitative und nicht volumengetriebene Geschäfte". Gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 konnte das Institut in diesem Ertragsfeld eine Steigerung von netto 5,0% auf 30,3 Mio CHF verbuchen.

"Ein so gutes Ergebnis werden wird aber eher die Ausnahme bleiben," so Sarasin weiter, "wir rechnen damit, dass die Zinsmargen vermehrt unter Druck geraten werden." Auf den Kostendruck und die prekäre Ertragslage bei Regionalbanken angesprochen meint er, dass man über Personalabbau nachdenken müsse, aber falls dies nötig sei über einen langen Zeitraum abbaue.

Denn der Geschäftserfolg bleibe bisher praktisch unverändert auf 12,1 Mio CHF (-0,1%). Zudem sei man beispielsweise daran das Kassengeschäft zu digitalisieren. "Jedenfalls planen wir keine Filialschliessungen," so Sarasin.

NEUGELDZUFLUSS UND HYPOTHEKARWACHSTUM

Die Kundenausleihungen und Hypotheken erhöhten sich um 1,3% auf rund 5,4 Mrd CHF. Angesprochen auf eine mögliche Immobilienblase sagt Urs Isenrich, Leiter des Kreditgeschäfts, dass "in unserem Marktgebiet keine Blasentendenzen feststellbar sind". Zwar sei ein Preisrückgang bei Neubauten zu beobachten, eine grössere Preiskorrektur sehen wir aber nicht". Auch in Bezug auf das Kreditgeschäft sehe man keine grösseren Risiken, einzig einzelne KMU-Kunden mussten im Zuge des Brexit eine Kreditabstufung hinnehmen."

Die Kundengelder nahmen indes mit knapp 4,3 Mrd CHF ebenfalls um 1,3% zu. Der Netto-Neugeldzufluss betrug im ersten Halbjahr satte 197 Mio CHF, in der Vorjahresperiode waren es 52 Mio CHF. "Gut 60% stammen von Privaten," so Sarasin, "der Rest sind institutionelle Anleger, die nach profitablen Anlagemöglichkeiten suchen". Man könne dafür mit einem vermehrt längerfristig angelegten Anlagehorizont kalkulieren, so Sarasin.

Für das restliche Jahr liege der Fokus ganz klar auf der ausgegebenen Strategie zur "Bank der Zukunft". Neben dem Aufbau der im März lancierten Anlageberatungs- und Vermögensverwaltungslösung "Bank Linth Invest" stünden vor allem die baulichen Anpassungen des Hauptsitzes in Uznach im Vordergrund. Der "in die Jahre gekommene" Hauptsitz werde in den nächsten zwölf Monaten saniert und an das neue Arbeits- und Beratungskonzept angepasst.

Die Aktien der Bank Linth notieren nach leichten Zugewinnen am Morgen mit -0,3% etwas tiefer als am Vortag. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil 0,34% im Plus.

sta/ra

(AWP)