Banken stehen bei Steinhoff im Risiko

Banken und andere Kreditgeber stehen beim kriselnden Möbelkonzern Steinhoff mit Milliarden im Risiko. Nach den letzten verfügbaren Daten aus dem Halbjahresbericht per Ende März liegen die langfristigen Verbindlichkeiten bei 12,1 Milliarden und die kurzfristigen Schulden bei rund 5,9 Milliarden Euro. Die Veröffentlichung der Zahlen des Ende September geendeten Geschäftsjahres hatte Steinhoff bis auf Weiteres verschoben.
08.12.2017 15:57

Die grosse Unbekannte sei jedoch Finanzierungsinstrumente, die nicht in der Bilanz stünden und womöglich in neue Bankschulden münden könnten, so Adrian Saville, Chef von Cannon Asset Managers in Johannesburg. Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit von Steinhoff nach den jüngsten Turbulenzen auf Ramsch abgestuft.

Das Unternehmen, das in Johannesburg und Frankfurt gelistet ist, hat in den vergangenen drei Tagen rund 80 Prozent seines Wertes verloren, nachdem wegen Bilanzunregelmässigkeiten ermittelt wird und der Chef Markus Jooste gehen musste. Zu den Geschäftspartnern Steinhoffs gehören unter anderem die Citigoup, die Bank of America , HSBC oder BNP Paribas .

Steinhoff wolle sich nun mit den Kreditgebern von zwei wichtigen Säulen der Unternehmensfinanzierung treffen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen. Dabei handle es sich um eine Kreditlinie über 2,9 Milliarden Euro sowie einen Kredit über 4 Milliarden Dollar, den Steinhoff für die Übernahme des US-Unternehmens Mattress Firm aufgenommen hatte. Steinhoff war für einen Kommentar nicht zu erreichen. Die Banken wollten sich nicht äussern.

Steinhoff teilte allerdings am Freitagnachmittag mit, dass ein ursprünglich für Montag anberaumtes Treffen mit Bankern in London um eine Woche auf den 19. Dezember verschoben worden sei. Der Konzern erklärte, sich alljährlich mit Bankern zu treffen, um über die jüngsten Geschäftsergebnisse zu sprechen./nas/kro/das

(AWP)