Banker und Aufseher dringen auf international abgestimmte Regulierung

Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise warnen deutsche Banker und Aufseher vor einem Rückfall in nationale Regeln für die Finanzbranche. "Renationalisierung von Regulierung, Renationalisierung von Aufsicht kann nicht die Antwort sein. Das hilft weder den Banken noch trägt es zur Stabilität des Finanzsystems bei", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes BdB, Michael Kemmer, bei einer Konferenz am Montag in Frankfurt.
03.07.2017 12:59

Nach dem Schock der Jahre 2007/2008 hätten alle Regulierer an einem Strang gezogen, erinnerte der damalige Bundesbank-Präsident Axel Weber. Inzwischen gebe es wieder mehr nationale Bestrebungen. Weber, heute Präsident des Verwaltungsrates der Schweizer Grossbank UBS , warnte: "Die Krise passiert immer im schwächsten Glied der Kette." Die Verwerfungen der Jahre 2007/2008 seien mitnichten alle aufgearbeitet: "Wir sind mitten in der Phase der Krisenlösung."

Insgesamt sieht Europas oberste Bankenabwicklerin, Elke König, die Branche heute jedoch besser gerüstet als vor der Krise. "Wir haben die richtigen Schritte getan und sind deutlich besser aufgestellt als vorher", sagte die Chefin der Bankenabwicklungsbehörde SRB. "Wir haben aber noch viele Hausaufgaben zu erledigen."

Im Sommer 2007 war die "Subprime"-Krise aus den USA nach Deutschland geschwappt: Auch deutsche Banken hatten Milliarden in kaum abgesicherte US-Immobilienkredite investiert, die zu Päckchen gebündelt als hochklassige Wertpapiere verkauft wurden. Das Platzen der amerikanische Immobilienblase löste weltweit Turbulenzen aus.

In Deutschland traf es Ende Juli 2007 als erstes die IKB, eilends wurde ein Rettungspaket für die Mittelstandsbank geschnürt. Später wurde per Notverkauf die sächsische Landesbank gerettet, etliche andere Landesbanken mussten gestützt werden. Im Herbst 2008 schockte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt./ben/das/stw

(AWP)