Barclays zieht sich weiter aus Afrika zurück: Verkauf der Ägypten-Tochter

LONDON (awp international) - Die britische Grossbank Barclays setzt ihren Rückzug vom afrikanischen Kontinent fort. Die Briten verkaufen ihr ägyptisches Privat- und Firmenkundengeschäft an die marokkanische Attijariwafa Bank, wie Barclays am Dienstag mitteilte. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Barclays Bank Egypt hat 56 Filialen mit 1500 Mitarbeitern.
04.10.2016 18:50

Barclays will sich auf Grossbritannien und die USA konzentrieren. Dazu hat sich der Konzern in diesem Jahr bereits von Anteilen an seiner börsennotierten Tochter Barclays Africa Group getrennt, an der die Briten nun noch etwas mehr als die Hälfte halten. Der Verkauf des Ägypten-Geschäfts soll, wenn alle Aufsichtsbehörden zugestimmt haben, zum Jahresende abgeschlossen werden.

Für Barclays ist der Rückzug aus Afrika eine symbolträchtige Kehrtwende. Das Institut hatte sein Geschäft auf dem Kontinent seit fast einem Jahrhundert aufgebaut und gilt in Afrika als eine der führenden westlichen Banken. Wegen verschärfter staatlicher Vorschriften und dem Druck von Investoren sieht sich der Finanzkonzern allerdings wie mancher Konkurrent gezwungen, sich aus bestimmten Feldern zurückzuziehen. So wird durch den Verkauf der Ägypten-Tochter die Kernkapitalquote leicht aufgebessert, weil nun weniger Risiken in den Büchern stehen. Die Briten dampfen auch in Asien und Europa ihre Geschäfte ein./das/stw

(AWP)