Barry-Callebaut-Aktien nach Zahlen im Plus

Zürich (awp) - Die Aktien des Schokoladeherstellers Barry Callebaut ziehen am Donnerstag etwas stärker als der Gesamtmarkt an. Die vorbörslich publizierten Volumen- und Umsatzzahlen nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 lagen laut Analysten jedoch im Rahmen der Erwartungen. Gerätselt wird darüber, ob das Wachstumsziel im laufenden Jahr erreichbar ist.
07.07.2016 10:28

Die Barry-Callebaut-Papiere stehen um 10.00 Uhr bei leicht unterdurchschnittlichen Volumen 1,5% höher bei 1'192 CHF und damit in etwa wie der Gesamtmarkt (SPI: +1,0%).

Die Volumen- und Umsatzzahlen nach neun Monaten seien insgesamt im Rahmen der Prognosen ausgefallen, heisst es in ersten Analysteneinschätzungen unisono. Laut Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy hält das "starke Momentum" an, was die deutlich über der Marktentwicklung liegende Volumenerhöhung zeige.

Das Wachstum von gut 4% sei "sehr respektabel", heisst es auch bei der Neuen Helvetischen Bank. Denn es sei bekannt, dass Barry Callebaut weniger rentable Verträge mit Drittkunden im Kakaoprodukt-Geschäft ganz bewusst auslaufen lasse, um die Profitabilität zu steigern.

Die Entwicklung in Europa sei dabei etwas besser als erwartet gewesen, betont Andreas von Arx von Baader Helvea. Unter dem Strich habe dies wegen der Abkühlung in Amerika aber nicht zu besseren Zahlen geführt.

Joern Iffert von der UBS streicht allerdings heraus, dass im dritten Quartal für sich betrachtet nur ein Volumenwachstum von 3,7% erzielt worden sei. Dies sei zwar mehr als im zweiten Quartal (2,3%), liege jedoch unter dem Ziel des Managements (4-6%). Es bestehe daher das Risiko, dass das Wachstumsziel für das Gesamtjahr verpasst werde.

Auch für Andreas von Arx von Bader Helvea gibt es ein Fragezeichen zur weiteren Geschäftsentwicklung. Er deutet die Aussagen des Management zum Ausblick (u.a. "herausfordernde Marktbedingungen", "gesundes Portfolio") so: "Wir glauben, das Unternehmen will die harte Vergleichsbasis für das Q4 herausstreichen, welche vielleicht zu einem gedämpften Quartal führen wird."

Gut kommt an, dass die sogenannte Combined Cocoa Ratio (Verhältnis zwischen Verkaufspreisen von Kakaobutter und -pulver zu den Einkaufspreisen der Kakaobohnen) auf einen Wert von 3,12 angestiegen ist. Er erwarte daher weiterhin ein starkes Profitabilitätsmomentum, meint von Arx weiter.

UBS und Vontobel halten an ihren "Neutral"- und "Hold"-Einstufungen fest, Baader Helvea am "Buy"-Rating.

rw/ra

(AWP)