Barry Callebaut beschleunigt das Wachstum im dritten Quartal - Ziele bestätigt

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut (BC) hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 die Verkaufsmenge und den Umsatz über Erwarten gesteigert. Dabei konnte das Wachstum im dritten Quartal noch beschleunigt werden. Insbesondere in der Region Asien-Pazifik legte BC zu, aber auch die europäischen Märkte entwickelten sich gut. Die Mittelfristziele bestätigt das Unternehmen.
13.07.2017 08:12

In der Periode von September bis Mai nahm die Verkaufsmenge laut Mitteilung vom Freitag um 2,8% auf 1'414'654 Tonnen zu. Im Vergleich dazu entwickelte sich der globale Schokolademarkt mit 0,6% rückläufig. Der Umsatz, der zu einem guten Teil von der Entwicklung des Kakaopreises abhängt, wuchs um 3,7% auf 5,19 Mrd CHF. In Lokalwährungen betrug das Plus 2,9%. Analysten hatten einen Umsatz in Höhe von 5,15 Mrd erwartet.

Der Preis für Kakaobohnen sank in der Berichtsperiode mit Blick auf das Überangebot nach guten Ernten in den beiden wichtigsten Anbaugebieten, Elfenbeinküste und Ghana, ungefähr um 30%. Bei den Milchprodukten wie Milchfett und Milchpulver verteuerten sich dagegen die Preise, während der Preis für Zucker auf dem Weltmarkt um 23% gesunken ist.

BESCHLEUNIGUNG IM Q3

CEO Antoine de Saint-Affrique zeigt sich in der Mitteilung zufrieden mit der Leistung: "Dank unserem gesunden Schokoladenportfolio konnten wir die gute Dynamik unseres Verkaufsmengenwachstums aufrechterhalten und den Markt erneut übertreffen." Das Mengenwachstum im Schokoladengeschäft betrug 4,7%. Derweil sei der stufenweise Ausstieg aus weniger profitablen Kakaoverträgen nun abgeschlossen.

Im dritten Quartal allein betrachtet habe sich das Wachstum gestützt von den Hauptwachstumstreibern Gourmet & Spezialitäten (+12%), Outsourcing (+9,7%) und Schwellenländer (+3,3%) beschleunigt, so die Mitteilung weiter. Die Verkaufsmenge nahm um 5,5% (Markt: +2,3%) zu. Bereits im zweiten Quartal hatte eine Zunahme von 3,5% resultiert nach -0,4% im ersten Quartal.

ZWEISTELLIGES PLUS IN ASIEN-PAZIFIK

Nach Regionen betrachtet steigerte BC nach neun Monaten die Menge in Asien-Pazifik mit 17% auf 69'313 Tonnen prozentual am stärksten. Dabei sei das Wachstum vom Industriekundengeschäft, einschliesslich des langfristigen Outsourcing-Vertrags mit GarudaFood, angetrieben worden, so die Mitteilung. Und auch das "starke" zweistellige Wachstum des Gourmet- & Spezialitätengeschäfts habe einen wichtigen Beitrag geleistet. Der Umsatz stieg um 15% auf 267 Mio CHF (+13% in LW).

In der grössten Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) weitete BC die Verkaufsmenge um 5,3% auf 643'092 Tonnen aus. Hier stützten unter anderem eine Liefervereinbarung mit Mondelez in Belgien sowie zusätzliches Volumen aus der Akquisition der Getränkesparte von FrieslandCampina im März 2016 die Entwicklung. Andere Kundensegmente in Westeuropa, insbesondere das Gourmetgeschäft, hätten sich ebenfalls gut entwickelt. Der Umsatz nahm um 5,8% auf 2,18 Mrd CHF (+6,9% in LW) zu.

In Nord- und Südamerika erholte sich der Gesamtmarkt im dritten Quartal spürbar, was zu einer insgesamt flachen Marktentwicklung nach neun Monaten führte. Davon profitierte auch BC, und so nahm die Verkaufsmenge um 1,8% auf 380'362 Tonnen zu. Gut hätten sich die Verkäufe im Bereich Gourmet & Spezialitäten entwickelt und in Südamerika sei das Geschäft zweistellig gewachsen, dagegen bleibe Nordamerika ein herausfordernder Markt. Der Umsatz wuchs um 5,4% auf 1,27 Mrd CHF (+3,7% in LW).

Einzig der Bereich Global Cocoa entwickelte sich rückläufig, und zwar reduzierte sich das Verkaufsvolumen um 3,3% auf 321'887 Tonnen und der Umsatz ging um 2,1% auf 1,48 Mrd CHF (-4,7% in LW) zurück. Der gezielte Ausstieg aus weniger profitablen Kakaoverträgen sei nun jedoch beendet und so bewegte sich das Volumen im dritten Quartal wie erwartet auf Vorjahresniveau, heisst es.

MITTELFRISTZIELE BESTÄTIGT

Der mittelfristige Ausblick zu Umsatz- und EBIT-Wachstum bestätigt das Management. Demnach wird weiterhin ein durchschnittliches jährliches Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6% angestrebt sowie ein über dem Verkaufsmengenwachstum liegendes EBIT-Wachstum in Lokalwährungen; die Prognose gilt für die 3-Jahres-Periode von 2015/16 bis 2017/18.

Laut CEO de Saint-Affrique geht es darum, "smart" zu wachsen. "Das heisst: ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Volumenwachstum, höhere Profitabilität und Erwirtschaftung von freiem Cash flow."

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(AWP)