Barry Callebaut erweitert Lieferpartnerschaft mit Mondelez in Belgien

(Mit weiteren Angaben eines Sprechers, Analystenkommentar, Aktienkurs etc. erweitert)
15.09.2016 10:20

Zürich (awp) - Barry Callebaut (BC) baut die Zusammenarbeit mit Mondelez International in Belgien weiter aus. Der Zürcher Schokoladehersteller wird dazu die Schokoladenfabrik von Mondelez im belgischen Halle übernehmen und schliesst gleichzeitig eine Vereinbarung für die langfristige Lieferung von 30'000 Tonnen Flüssigschokolade pro Jahr ab, wie er am Donnerstag mitteilte.

Im Rahmen eines Produktionsvertrags soll Barry Callebaut für Mondelez zudem gewisse Verbraucherprodukte herstellen, die derzeit in der Schokoladenfabrik in Halle produziert werden. Dies bedeute aber auf keinen Fall, dass BC wieder ins Verbraucher-Geschäft einsteigen wolle, sagte ein BC-Sprecher gegenüber AWP.

Die Transaktion wird den Angaben zufolge voraussichtlich per Ende Dezember 2016 abgeschlossen sein, dies nach Beendigung der Konsultation mit dem Betriebsrat. Sie unterliege den üblichen Abschlussbedingungen. Über die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. BC selbst rechnet gemäss dem Sprecher mit einer Übergangs- bzw. Integrationszeit von rund drei Jahren bis zur vollständigen Integration der Fabrik ins BC-Netzwerk.

Als Resultat der Transaktion wäre Barry Callebaut besser aufgestellt, um Geschäftsmöglichkeiten im rasch wachsenden Segment der Spezialitätenschokoladen und Füllungen mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Belgium" zu nutzen, heisst es in der Mitteilung. BC-CEO Antoine de Saint-Affrique spricht in der Mitteilung von einer "ausgezeichneten Gelegenheit", um die globale strategische Lieferpartnerschaft mit Mondelez International zu stärken.

BC ist bereits seit längerer Zeit ein Lieferpartner von Mondelez. Bereits 2010 war ein langfristiges globales Lieferabkommen abgeschlossen worden. Damit sei Mondelez einer der wichtigsten Kunden von BC, so der Sprecher. Die aktuelle Grössenordnung des Deals wollte der Sprecher aber nicht nennen. Analysten gehen von rund 150'000 Tonnen (ohne neuen Vertrag) aus.

AKTIE REAGIERT POSITIV

Die BC-Aktie reagiert positiv auf die Ankündigung und notiert kurz nach 10 Uhr in einem mehr oder weniger unveränderten Gesamtmarkt 2,5% höher bei 1'273 CHF. Damit steht die Aktie rund 16% höher als Ende 2016 (SPI -2,5%).

Analysten bewerten die Transaktion positiv. Bei Vontobel ist gar von einem "exzellenten Deal" und einem "bedeutenden Meilenstein" die Rede. Insgesamt sei es eine Win-Win-Situation für beide Beteiligten. Obwohl das Abkommen gewinnverwässernd sei, dürfte es für BC grosse Möglichkeiten eröffnen, besonders auch im sehr attraktiven belgischen Markt.

Insgesamt handle es sich um einen klassischen Outsourcing-Deal, schreibt die ZKB in ihrem Kommentar. Nachdem es in letzter Zeit in Sachen Outsourcing-Phantasie etwas ruhiger geworden sei, könne BC mit dem Schlüsselkunden Mondelez das Geschäft nun weiter ausbauen. Outsourcing sei ein wichtiger Faktor, um das mittelfristige Wachstumsziel von 4-6% Volumenwachstum zu erreichen. Etwa 2% müssten von diesem Wachstumspfeiler stammen, was 37'000 Tonnen entspräche.

Die Ankündigung weiterer Outsourcing-Verträge sei immer auch ein Bestätigung der Investment-Story, dass BC schneller als der Markt wachsen könne, meint man bei Baader Helvea. Insofern sei der Deal eine gute Sache. BC sei damit insgesamt voll auf Kurs, um das Volumenziel 2016/17 wieder zu erreichen.

uh/ys

(AWP)