Barry Callebaut mit gedrosseltem Wachstumstempo im dritten Quartal

(Meldung ergänzt) - Barry Callebaut ist im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2017/18 nicht mehr so rasant gewachsen wie in den Vorquartalen. Der weltweit grösste Schokoladenproduzent wächst jedoch immer noch deutlich stärker als der Markt. Zum Wachstum beigetragen haben insbesondere Europa und das Gourmet&Spezialitäten-Geschäft. Die Mittelfristziele werden bestätigt.
13.07.2018 08:50

Barry Callebaut (BC) hat von Anfang September 2017 bis Ende Mai 2018 das Volumen der abgesetzten Schokolade um 6,9 Prozent auf 1,512 Millionen Tonnen gesteigert, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit ist das Unternehmen erneut deutlich stärker als der Markt gewachsen. Der globale Schokolademarkt wuchs in dieser Periode lediglich um 2,5 Prozent. Der Umsatz sank aufgrund tieferer Kakaopreise im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 5,18 Milliarden Franken. In Lokalwährungen betrug das Minus 2,4 Prozent.

Damit hat BC die Analystenerwartungen annähernd bestätigt. Die von AWP befragten Experten gingen im Durchschnitt von einem Mengenwachstum von 6,9 Prozent und einem Umsatz von 5,24 Milliarden Franken aus.

CEO Antoine de Saint-Affrique zeigt sich in der Mitteilung entsprechend zufrieden: "Nach dem sehr starken Ergebnis im ersten Semester dieses Geschäftsjahres sahen wir auch im dritten Quartal eine starke Dynamik, die von allen zentralen Wachstumstreibern, Regionen und Produktgruppen getragen wurde."

Auslaufende Effekte bremsen Wachstum im Q3

Nach jeweils einem Plus von 8 Prozent in den ersten zwei Quartalen, erreichte BC im dritten Quartal noch ein Volumenwachstum von 4,8 Prozent. Grund dafür sind vor allem auslaufende Wachstumsfaktoren aus dem letzten Geschäftsjahr. So nahmen in den letzten Monaten die positiven Volumen-Effekte von Akquisitionen und den grossen Outsourcingverträgen mit Mondelez und Garuda deutlich ab.

Beim Volumen konnte BC in allen Regionen und in allen Produktegruppen zulegen. In der für BC wichtigsten und grössten Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) stiegen die Verkaufsmengen um 8,1 Prozent auf 695'214 Tonnen dank einem starken Wachstum in Westeuropa und einem zweistelligen Wachstum in Osteuropa, wie es in der Mitteilung heisst.

In der Region Nord- und Südamerika erhöhte sich das Volumen vor allem aufgrund deutlich gesteigerter Verkäufe in Südamerika mit 5,3 Prozent auf 400'334 Tonnen ebenfalls kräftig. In der Region Asien-Pazifik nahmen die Volumen um fast 15 Prozent auf 79'542 Tonnen zu.

Im Geschäftsbereich Global Cocoa, in dem BC Kakao-Ausgangsstoffe vertreibt, erhöhten sich die Verkaufsmengen um fast 5 Prozent auf 337'763 Tonnen. Der Umsatz reduzierte sich aufgrund tieferer Kakaoproduktpreise um 8,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken.

Bei den Produktegruppen legten die Gourmet&Spezialitätenprodukte mit einem Plus von 7,8 Prozent auf 184'324 Tonnen am deutlichsten zu. Weil in dieser Gruppe der Kakaopreis weniger ausschlaggebend ist als bei anderen Produkten, nahm bei diesen auch der Umsatz zu. Er erhöhte sich um 7,1 Prozent auf 888,4 Millionen Franken.

Stark steigende Kakaopreise

Bei den Preisen der Rohwaren meldet BC, dass im laufenden Jahr die Preise für Kakaobohnen im Durchschnitt 12,2 Prozent unter dem Preisdurchschnitt des Vorjahrs liegen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2017/18 seien sie jedoch deutlich um fast 20 Prozent angestiegen.

Grund dafür sei einerseits ein globaler Kakaoüberschuss, der aufgrund der leicht tieferen Kakaoproduktion in Westafrika geringer als erwartet ausfiel. Andererseits habe eine steigende Nachfrage und Aktivitäten von Fonds, die auf steigende Preise setzten, für einen Preisanstieg gesorgt.

Beim Ausblick zeigt sich BC zuversichtlich. "Angesichts der Markttrends und der Marktdynamik sehen wir weiterhin viele Wachstumschancen und sind zuversichtlich, dass diese, zusammen mit der sorgfältigen Umsetzung unserer Strategie des 'smarten Wachstums', es uns erlauben werden, unsere 4-Jahres-Ziele zu erreichen", lässt sich CEO de Saint Affrique in der Mitteilung zitieren.

Demnach geht BC weiterhin davon aus, ein durchschnittliches jährliches Verkaufsmengenwachstum von 4 bis 6 Prozent sowie ein über diesem Wachstum liegendes EBIT-Wachstum in Lokalwährungen zu erreichen. Die Angabe bezieht sich auf den Durchschnitt für die vier Geschäftsjahre 2015/16 bis 2018/19.

lie/mk

(AWP)