BASF-Chef: Umsatz und Ergebnis wachsen in ersten vier Monaten kräftig

(Ausführliche Fassung) - Für den Chemiekonzern BASF laufen die Geschäfte weiterhin rund. Umsatz und Ergebnis seien in den ersten vier Monaten deutlich gestiegen, sagte Unternehmenschef Kurt Bock auf der Hauptversammlung am Freitag in Mannheim. Kräftiges Wachstum habe BASF vor allem in Asien verzeichnet. Zudem habe sich das Öl- und Gasgeschäft weiter erholt. "In Anbetracht der vielen Unsicherheiten werden wir trotzdem weiterhin sparsam und vorsichtig agieren, Kosten und Investitionen streng kontrollieren", fügte er hinzu.
12.05.2017 11:38

Sein Gewinnziel bestätigte Bock. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten soll in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent zulegen. 2016 hatte das operative Ergebnis 6,30 Milliarden Euro betragen. Viele Analysten halten diese Prognose vor allem nach den guten Jahresstart für zu vorsichtig. "Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, ob wir wirklich tiefstapeln", sage Bock. Die Wirtschaft wachse, aber die politischen Risiken blieben hoch - weltweit, vor allem aber auch in Europa. Dazu gehöre auch die Bundestagswahl am 24. September.

Auch künftig will BASF ihr Geschäft umbauen. "Wir stärken, was wir gut können, und geben Geschäfte ab, die in anderen Händen mehr Wert schaffen", erläuterte Bock. Erst im März hatte die im Dax notierte Gesellschaft mitgeteilt, dass Lederchemiegeschäft an die Stahl Group zu verkaufen. Die Ludwigshafener wollen 16 Prozent an Stahl halten. Im Gegenzug hatte BASF im vergangenen Jahr etwa Chemetall, ein Spezialist für die Behandlung von Metalloberflächen, für rund 3,2 Milliarden US-Dollar gekauft.

BASF will aber auch das eigene Pflanzenschutzgeschäft weiter stärken. "Dazu zählen Akquisitionen, das können wir uns durchaus vorstellen", hatte Bock bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal Ende April gesagt. Allerdings gehörten dazu nicht nur zwei, sondern drei, denn die Behörden müssten ein solches Geschäft auch absegnen. Im vergangenen Geschäftsjahr kam die BASF-Agrochemie auf einen Umsatz von knapp 5,6 Milliarden Euro. In diesem Bereich würde damit das Unternehmen durch die anstehenden Fusionen deutlich zurückfallen.

In den USA wollen sich die beiden Konzerne Dow Chemical und Dupont zusammenschliessen, um sich anschliessend aufzuspalten. Am Ende soll es drei einzelne jeweils börsennotierte Unternehmen in den Bereichen Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoff geben. Aber auch der schweizerische Agrochemiekonzern Syngenta und der chinesische Staatskonzern ChemChina wollen zusammengehen. Während sich die Übernahme von Syngenta durch ChemChina im Schlussspurt befindet, stehen bei der Fusion von Dow Chemical und Dupont nach der Billigung durch die EU-Kommission noch weitere Hürden bevor.

Ausserdem will Bayer den umstrittenen US-Saatguthersteller Monsanto übernehmen. Für die Rekord-Übernahme fehlen aber noch die Genehmigungen. Und in der Chemiebranche bahnt sich offenbar die nächste Mega-Fusion an. China plant einem Bericht der "Financial Times" zufolge, ChemChina nach der abgeschlossenen Übernahme von Syngenta mit Sinochem zusammenzuschliessen. BASF hatte betont, sich alle Verkäufe, die durch die Fusionen entstehen, ansehen zu wollen./mne/stw/stb

(AWP)