BASF startet dank höherer Öl- und Gaspreise mit Gewinnsprung

(Ausführliche Fassung) - Dem Chemiekonzern BASF haben im ersten Quartal 2017 bessere Geschäfte mit Basischemikalien sowie höhere Gas- und Ölpreise einen Gewinnsprung beschert. Zudem profitierte die im Dax notierte Gesellschaft von einer guten Nachfrage nach Katalysatoren, Bauchemikalien und Farben. "BASF ist gut in das Jahr 2017 gestartet", sagte Unternehmenschef Kurt Bock bei Vorlage der Quartalsbilanz am Donnerstag. Die Nachfragetrends vom vergangenen Jahr hätten sich auch im ersten Jahresviertel fortgesetzt. Die Ziele für das Gesamtjahr 2017 bestätigte er.
27.04.2017 09:13

Im ersten Quartal legte der operative Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten um 29 Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Euro zu, wie BASF am Donnerstag mitteilte. Während es für BASF in den Sparten Chemicals, Öl- und Gas sowie Performance Products deutlich besser lief, drückten geringere Margen und höhere Fixkosten auf das Geschäft mit Produkten für die Landwirtschaft. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro hängen. Das war ein Plus von 23 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. BASF übertraf mit seinen Kennziffern die Erwartungen der Analysten.

VORSTAND SIEHT RISIKEN

Börsianer schauten verhalten auf die Zahlen. Nachdem die Aktie vorbörslich noch zugelegt hatte, verloren die Papiere zum Handelsbeginn rund 1,3 Prozent. Der Dax verlor zeitgleich knapp 0,30 Prozent. Der Chemiekonzern habe mit einem Gewinnsprung im ersten Jahresviertel besser abgeschnitten als gedacht, sagte ein Händler. Das dürfte bei den Anlegern zunächst gut ankommen. Allerdings dürften einige Investoren auf eine Erhöhung der Jahresprognosen gehofft haben, zu der es nicht gekommen sei.

"Wir sehen nach wie vor erhebliche Risiken mit Blick auf die makroökonomische Entwicklung und das politische Umfeld", begründete Unternehmenschef Bock die Zurückhaltung. 2017 peilt BASF beim Umsatz weiterhin einen Zuwachs von mindestens sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Dazu beitragen sollen alle Segmente. Für den operativen Gewinn (Ebit) vor Sondereffekten streben die Ludwigshafener einen "leichten" Anstieg an. "Wir gehen davon aus, dass dieser Anstieg im oberen Bereich des Rahmens von bis zu 10 Prozent liegen wird", sagte Bock.

VIELE ÜBERNAHMEN IN DER BRANCHE

In der Chemiebranche ist momentan viel in Bewegung. Vor mehr als einem Jahr hatten die US-Grosskonzerne Dow Chemical und Dupont ihre Fusionspläne öffentlich gemacht. Mit der neuen Dowdupont soll der weltgrösste Chemiekonzern noch vor dem alten Spitzenreiter BASF entstehen. Aber auch der schweizerische Agrochemiekonzern Syngenta und der chinesische Staatskonzern ChemChina wollen zusammengehen. Während sich die Übernahme von Syngenta durch ChemChina im Schlussspurt befindet, stehen bei der Fusion von Dow Chemical und Dupont nach der Billigung durch die EU-Kommission noch weitere Hürden an.

Mitte September hatte Bayer die milliardenschwere Übernahme des umstrittenen US-Saatgutherstellers Monsanto nach einem monatelangen Poker verkündet. Für die Rekord-Übernahme fehlen aber noch die Genehmigungen durch Behörden rund um den Globus. BASF hatte schon mehrfach betont, sich alle Verkäufe, die durch die Fusionen entstehen, ansehen zu wollen./mne/jes/stb

(AWP)