BASF übernimmt Albemarle-Tochter Chemetall für Milliardensumme

(Ausführliche Fassung)
17.06.2016 14:34

CHARLOTTE/LUDWIGSHAFEN (awp international) - Der BASF-Konzern baut sein Geschäft durch eine milliardenschwere Übernahme in der Oberflächentechnik aus. Das Unternehmen aus Ludwigshafen kauft dem US-Konzern Albemarle für rund 3,2 Milliarden US-Dollar (2,8 Mrd Euro) dessen Tochter Chemetall mit Zentralen in Frankfurt am Main und in New Providence (US-Bundesstaat New Jersey) ab, wie beide Konzerne am Freitag mitteilten. Der Zukauf passe zu dem Ziel der Ludwigshafener, das Geschäft mit Produkten auszubauen, die näher am Endkunden seien, sagte BASF-Vorstandsmitglied Wayne Smith.

Die BASF-Aktie reagierte zunächst negativ auf die Nachrichten. Nach Bekanntgabe der Übernahme sackte der Aktienkurs zunächst ins Minus, erholte sich dann aber wieder etwas.

Chemetall stellt für unterschiedlichste Branchen etwa Beschichtungen, Schmiermittel und Dichtmassen her. Die Produkte für Oberflächentechnik schützen etwa Metalle vor Korrosion, erleichtern die Bearbeitung und bereiten sie auf den Lackierprozess vor. Eingesetzt werden sie vor allem in der Automobil- und Luftfahrtindustrie und in der Metallverarbeitung. Mit rund 2500 Mitarbeitern weltweit erzielte Chemetall im vergangenen Jahr einen Umsatz von 845 Millionen Dollar und einen um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 205 Millionen Dollar.

Der US-Konzern Albemarle aus Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina hatte Chemetall vor knapp anderthalb Jahren im Zuge der Übernahme des Rockwood-Konzerns erworben. Der Verkauf der Sparte an BASF soll nun bis Ende des Jahres abgeschlossen werden, wenn die zuständigen Behörden zustimmen./stw/enl/stb

(AWP)