BASF will Pflanzenschutzgeschäft ausbauen - auch mit Zukäufen

(Ausführliche Fassung)
06.09.2016 11:51

LUDWIGSHAFEN (awp international) - Der weltgrösste Chemiekonzern BASF will sein Pflanzenschutzgeschäft ausbauen und sich dabei die Umwälzungen in der Branche zunutze machen. "Die agrochemische Industrie ist in Bewegung", sagte Spartenchef Markus Heldt am Dienstag in Ludwigshafen. BASF wolle aktiv die Chancen nutzen, die sich aus den laufenden Fusionen ergeben, um die eigene Präsenz zu stärken und das Angebot weiter auszubauen. Daher werde sich das Unternehmen alle Verkäufe aus Agrochemie-Fusionen anschauen. Passe der Zukauf, auch preislich, dann werde BASF diesen wahrnehmen.

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux geht in einer jüngsten Studie davon aus, dass bei den Zusammenschlüssen in der Branche aufgrund kartellrechtlicher Gründe Unternehmensteile mit einem Wert von mindestens 11,5 Milliarden Euro auf den Markt kommen werden.

Das weltweite Geschäft rund um Saatgut und Pflanzenschutzmittel steht vor gewaltigen Umwälzungen, nicht zuletzt wegen der momentan schwierigen Marktbedingungen. So will etwa der chinesische Chemiekonzern ChemChina den schweizerischen Agrarchemie-Anbieter Syngenta für 43 Milliarden Dollar schlucken. Der Leverkusener Bayer -Konzern hat es auf den umstrittenen US-Biotechnologiekonzern Monsanto abgesehen und hat sein Übernahmeangebot noch einmal aufgestockt. Die Gesamtofferte erhöht sich damit auf 64,8 Milliarden Dollar (58 Mrd Euro).

Auch die US-Konkurrenten Dow Chemical und Dupont wollen zusammengehen. Sie würden damit erst einmal den Branchenprimus BASF vom Thron stossen. Allerdings wollen sich die beiden US-Konzerne nach der geplanten Fusion in drei börsennotierte Unternehmen aufspalten - darunter ein Spezialist für Agrarchemikalien. Die Wettbewerbshüter der EU haben zuletzt eine eingehende Prüfung des geplanten Zusammenschlusses der US-Chemiekonzerne angemeldet.

Noch einmal bekräftigte Vorstandsmitglied Harald Schwager, dass das Pflanzenschutzgeschäft ein Teil des Konzerns und gross genug auch ohne grosse Übernahme sei. "Wir werden auch wegen unserer Pipeline für neue Produkte einer der wichtigen Player bleiben", sagte Schwager. BASF rechnet aktuell mit einem Spitzenumsatzpotential mit neuen Produkten, die das Unternehmen im Zeitraum 2015 bis 2025 auf den Markt brachte und bringen wird, in Höhe von drei Milliarden Euro./mne/jha/stb

(AWP)