BASF will Schwarzheide ausbauen - Woidke hofft auf neue Arbeitsplätze

Der Chemieriese BASF will das Brandenburger Werk in Schwarzheide ausbauen. Das vereinbarte die BASF am Donnerstag mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei einem Treffen in Ludwigshafen. "Was wir natürlich am dringendsten brauchen, schaffen wir nur mit Partnern wie der BASF und das sind zusätzliche, neue und nachhaltige dauerhafte Industriearbeitsplätze", sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind natürlich daran interessiert, dass wir an diesem Standort mehr Arbeitsplätze bekommen. Ich glaube, die Chancen dafür stehen gut." Er betonte aber zugleich: "Wir sind noch nicht ganz so weit."
07.02.2019 16:56

Der Aufsichtsratschef der BASF Schwarzheide GmbH, Uwe Liebelt, sagte nach Unternehmensangaben: "Die BASF ist bestrebt, im Sinne ihrer neuen Unternehmensstrategie, Schwarzheide zu stärken und weiterzuentwickeln." Die Schwerpunkte lägen im Bereich Produktion, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. In Schwarzheide werden unter anderem Kunststoffe für Schuhe, Schaumstoffe für U-Bahn-Wagen sowie Autolacke hergestellt. In dem Werk unweit der Landesgrenze zu Sachsen arbeiten fast 1800 Beschäftigte.

Die BASF Schwarzheide hat für Brandenburg nach den Worten von Woidke "eine riesengrosse Bedeutung". "Es ist ein industrielles Schwergewicht", sagte der Regierungschef. Gerade dieser Industriestandort spiele in der weiteren Entwicklung der Lausitz auch vor dem Hintergrund der Beschlüsse zum Kohleausstieg eine ganz besondere Rolle.

Die Lausitz ist vom geplanten Ausstieg aus der Braunkohle betroffen. Die sogenannte Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass der letzte Meiler spätestens 2038 vom Netz geht. Die BASF Schwarzheide ist auch im Abschlussbericht der Kommission enthalten, die Vorschläge zum Ausstieg vorgelegt hat.

Darin wird auch die Errichtung eines grossen Umschlagterminals zwischen Lkw und Bahn genannt, um Schwarzheide an die "neue Seidenstrasse" Richtung China anzubinden. Ausserdem soll in Schwarzheide mit der BASF und der Tüv Rheinland Akademie in Lauchhammer ein "Leistungszentrum Westlausitz" zur Qualifizierung von Fachkräften mit dem Schwerpunkt Digitalisierung entstehen./vr/DP/fba

(AWP)