Bauboom gibt HeidelbergCement Auftrieb - Euro und Energiekosten bremsen

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im zweiten Quartal vom aktuellen Bauboom profitiert. Allerdings bremsten ein starker Euro und höhere Energiekosten. "Die solide Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal markiert eine erkennbar positive Trendwende nach dem wetterbedingt schwierigen Jahresbeginn", sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele bei der Vorlage der Zahlen am Dienstag in Heidelberg.
31.07.2018 08:50

Umsatzwachstum und Absatzanstieg in allen Geschäftsbereichen spiegelten die gute Marktdynamik wider. "Wir erwarten eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr und bestätigen unsere Prognose", fügte er hinzu. Die Aktie legte vorbörslich um fast zwei Prozent zu.

Von April bis Juni kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um vier Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Damit schnitt die im Dax notierte Gesellschaft besser ab, als Experten erwartet hatten. Bereinigt um Währungseffekte wären die Erlöse sogar um neun Prozent gestiegen. Besser lief es für die Heidelberger auch im Tagesgeschäft, auch wenn das operative Ergebnis vor Abschreibungen aufgrund von negativen Währungseffekten um drei Prozent auf 936 Millionen Euro zurückging.

Deutlich besser entwickelten sich dank eines Baubooms die Geschäfte des Konzerns vor allem in Deutschland, Polen und Tschechien. In Afrika verhalfen Preiserhöhungen zu besseren Ergebnissen. Deutlich weniger verdiente HeidelbergCement hingegen in der Region Asien-Pazifik. Hier belastete das Indonesien-Geschäft aufgrund von weniger Arbeitstagen das Ergebnis.

Unter dem Strich blieb ein für die Aktionäre anrechenbarer Gewinn von 398 Millionen Euro. Das waren elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu beigetragen haben unter anderem geringere Finanzierungskosten.

Für 2018 peilt HeidelbergCement unverändert einen moderaten Anstieg bei Umsatz und operativem Ergebnis (Ebitda) an. Damit gehen die Heidelberger von einem Anstieg von drei bis neun Prozent aus. Der Jahresüberschuss soll deutlich zulegen, das heisst um mindestens zehn Prozent. Dabei rechnet der Konkurrent von LafargeHolcim aus der Schweiz und Cemex aus Mexiko etwa Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte heraus.

Zuversichtlich zeigte sich Scheifele auch für das laufende Jahr vor allem für das Geschäft in Nordamerika, Nordeuropa und Deutschland. Eine steigende Nachfrage nach Baustoffen erwarten die Heidelberger in Osteuropa unter anderem dank der EU-Infrastrukturprogramme. Aber auch die Geschäfte in Frankreich, Spanien und Italien sollten besser laufen.

Nach den milliardenschweren Zukäufen - 2007 kamen der britische Baustoffkonzern Hanson und 2016 Italcementi hinzu - liegt nun der Fokus der im Dax notierten Gesellschaft auf steigenden Erträgen für die Aktionäre. Dazu sollen die Barmittel in den kommenden drei Jahren rapide zulegen und die Schulden sinken. Deshalb soll es vorerst keine Übernahmen geben. Der Konzern will vielmehr Randbereiche verkaufen, Investitionen begrenzen und durch Digitalisierung seine Kosten senken./mne/tav/jha/

(AWP)