Bauernverband bestreitet koordinierte Brandrodungen in Brasilien

Nach Berichten über einen "Tag des Feuers" im brasilianischen Bundesstaat Pará hat der örtliche Bauernverband eine koordinierte Brandrodung in der Region abgestritten. "Wenn es so etwas gegeben hat, war es ein Einzelfall. Wir wissen nichts von einer orchestrierten Aktion", sagte der Präsident des Verbands in Novo Progresso, Agamenon da Silva Menezes, am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur Agência Brasil. "Niemand will Brände, die ausser Kontrolle geraten könnten. Das schadet allen."
26.08.2019 21:22

Zuvor hatte die Zeitschrift "Globo Rural" berichtet, dass sich in der Region zuletzt über 70 Personen in einer Whatsapp-Gruppe dazu verabredet hatten, grosse Flächen entlang der Landstrasse BR-163 in Brand zu stecken. Ziel der koordinierten Aktion sei gewesen, den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hiess es in dem Bericht.

Die Staatsanwaltschaft und die Bundespolizei leiteten Ermittlungen ein. Justizminister Sérgio Moro drohte den Brandstiftern mit harten Strafen. In Brasilien wüten derzeit die heftigsten Waldbrände seit Jahren. Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Landwirte dazu ermutigt fühlen, den Wald in Brand zu stecken, um neue Weideflächen zu schaffen./dde/DP/he

(AWP)