Baumarktkonzern Kingfisher blickt mit Vorsicht auf Frankreich

Europas grösster Baumarktbetreiber Kingfisher sorgt sich um die Lage in Frankreich. Nachdem bereits der angekündigte Brexit für Unsicherheit in Grossbritannien gesorgt habe, sei man nun auch für das Frankreich-Geschäft vorsichtig, sagte Konzernchefin Veronique Laury am Mittwoch bei der Vorlage der Jahreszahlen. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die kommenden Präsidentschaftswahlen.
22.03.2017 09:51

Frankreich ist nach Grossbritannien der wichtigste Markt für den britischen Konzern. Mehr als ein Drittel der Umsätze stammen von dort. Allerdings schwächelt die Baubranche in dem Land, was auch das Kingfisher-Geschäft belastet. In der Heimat und in anderen Auslandsmärkten lief es dafür besser, so dass die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende Januar) auf Konzernebene um 8,7 Prozent auf 11,2 Milliarden britische Pfund kletterten. Ein gehöriges Stück des Zuwachses war aber auch der Umrechnung in das schwächere Pfund zu verdanken. Währungsbereinigt belief sich das Plus auf weniger als zwei Prozent.

Der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn legte vergangenes Jahr um gute 8 Prozent auf 743 Millionen Pfund zu. Unter dem Strich verdiente Kingfisher 610 Millionen Pfund nach 412 Millionen im Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen für das Gesamtjahr eine um 3 Prozent höhere Dividende von 10,4 Pence je Anteilsschein erhalten.

Kingfisher steckt mitten in einem fünfjährigen Umbauprogramm. In den vergangenen zwei Jahren wurden 65 Baumärkte geschlossen. Der Konzern setzte stärker auf die kleineren Formate wie die auf Profis ausgerichteten Screwfix-Märkte, von denen auch immer mehr in Deutschland entstehen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden hierzulande 10 Märkte eröffnet, damit steigt die Zahl der Deutschland-Filialen auf 19./she/men/stb

(AWP)