Bauzulieferer Arbonia trotzt 2016 widrigen Umständen

(Zusammenfassung) - Der Thurgauer Bauzulieferer Arbonia (ehemals AFG) hat im Geschäftsjahr 2016 widrigen Umständen getrotzt und ist in allen drei Geschäftsbereichen gewachsen. Der konsolidierte Umsatz stieg um 5,7% auf 995,3 Mio CHF. Die fusionierte Looser wird ab 2017 konsolidiert.
19.01.2017 19:06

Währungs- und akquisitionsbereinigt resultierte für Arbonia 2016 noch ein Plus von 0,9%. Ein anspruchsvolles Umfeld in der europäischen Bauindustrie sowie umfangreiche Restrukturierungsprojekte hätten das aufgrund der laufenden Transformation herausfordernde Geschäftsjahr geprägt, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

WACHSTUM IN DEUTSCHLAND UND OSTEUROPA

Gestützt wurde der Umsatz auf dem wichtigen deutschen Markt durch eine hohe Bautätigkeit auch im zweiten Halbjahr 2016. Der Schweizer Markt litt hingegen weiter unter einem starken Wettbewerbs- und Importdruck und einem rückläufigen Gewerbebau.

Erfreuliche Wachstumsraten verzeichneten im zweiten Semester die osteuropäischen Märkte Slowakei, Tschechien und Polen. In anderen europäischen Märkten, insbesondere in Italien, hätten jedoch politische und finanzielle Instabilität das Investitionsklima negativ beeinflusst, teilte Arbonia mit.

In der grössten Division, der Gebäudetechnik, resultierte 2016 ein Umsatzplus um 5,3% auf 486,8 Mio CHF (währungs- und akquisitionsbereinigt +1,1%). Neben den allgemeinen Markttrends sei hier die Absatzsituation in Russland weiter herausfordernd gewesen. Positive Impulse zeigten hingegen die Märkte im Mittleren Osten.

In der Gebäudesicherheit stieg der Umsatz um 6,2% auf 156,7 Mio CHF (bereinigt +4,5%). Die Profilsysteme hätten hier von der Nachfrage im Bildungs- und Gesundheitsbau profitiert. Die im Heimatmarkt Schweiz tätige Einheit Spezialtüren habe sich gut behauptet und bei den Marktanteilen leicht zugelegt, schreibt Arbonia.

Der Bereich Gebäudehülle konnte ein Umsatzplus von 5,9% auf 331,4 Mio CHF erzielen. Währungs- und akquisitionsbereinigt resultierte allerdings ein Rückgang um 1,2%. Die Konsolidierung des ostdeutschen Fensterherstellers Wertbau habe sich erfreulich ausgewirkt, heisst es in der Mitteilung.

Auch der slowakische Fensterhersteller Slovaktual und der polnische Fensterproduzent Dobroplast entwickelten sich positiv. Der Fenster- und Türenhersteller EgoKiefer verzeichnete allerdings volumen- und preisbedingt einen leichten Umsatzrückgang. Arbonia verlagerte hier Kapazitäten von der Schweiz nach Deutschland und Osteuropa.

LOOSER-KONSOLIDIERUNG ANFANG 2017

Die detaillierten Jahresergebnisse von Arbonia und der seit Mitte Dezember mit ihr fusionierten Looser werden am 28. Februar veröffentlicht. Das Industrieunternehmens Looser wird erst ab Anfang 2017 im Arbonia-Geschäftsergebnis konsolidiert.

Wie Looser am Donnerstag mitteilte, ist der Integrationsprozess der Segmente Türen und Industriedienstleistungen in die Arbonia gestartet worden. Der Verkaufsprozess für die Beschichtungsgruppe werde fortgeführt.

Looser erwirtschaftete 2016 einen Nettoumsatz von 434,3 Mio CHF. Das sind 0,5% weniger als im Vorjahr. Darin enthalten sind die Verkäufe des veräusserten Segments Temperierung bis Ende November über 29,8 Mio CHF sowie der per Anfang September 2016 akquirierte WMS WC-Mietservice. Bereinigt um diese Zukäufe und Verkäufe sowie Währungseffekte konnte Looser den Erlös im Vorjahresvergleich um 5,6% verbessern.

Die Arbonia-Aktien verloren bis zum Handelsschluss 2,8% auf 17,70 CHF, der Gesamtmarkt (SPI) gab um 0,4% nach.

(AWP)