Bayer sieht sich bei Glyphosat im Recht - Keine Schadensersatz-Rückstellungen

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer gibt sich trotz des Millionenurteils im ersten Glyphosat-Prozess gegen die neue Tochter Monsanto zuversichtlich. Geld für mögliche Schadensersatzzahlungen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter soll nach aktuellen Planungen erst einmal nicht beiseite gelegt werden. Rückstellungen seien nur für erwartete Verteidigungskosten geplant, sagte Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten am Donnerstag. Die Höhe dürfte dann bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal am 5. September bekanntgegeben werden.
23.08.2018 15:49

Strategie und Finanzzielen sind unverändert. Ab 2022 sind weiterhin jährliche Beiträge zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen von 1,2 Milliarden Dollar aus Einsparungen im Zuge der Übernahme des US-Saatgutkonzerns geplant, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Bereits 2019 soll Monsanto zudem einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie leisten.

Baumann verteidigte Glyphosat und betonte erneut, dass zahlreiche Studien die Unbedenklichkeit des Herbizids gezeigt hätten. Das Urteil eines Geschworenen-Gerichts in Kalifornien gegen die Bayer-Tochter Monsanto, einem Krebspatienten 289 Millionen Dollar (249 Mio Euro) zu zahlen, hält Baumann für ungerechtfertigt. "Ein Urteil von einer Jury in einem Fall ändert nichts an den wissenschaftlichen Fakten." Monsanto hatte umgehend Schritte gegen die Entscheidung angekündigt.

Dabei kann seit Mitte August auch Bayer aktiv eingreifen. Bis alle Bedingungen für den Monsanto-Kauf erfüllt waren, war dem Unternehmen wegen Auflagen des US-Justizministeriums der Zugang zu detaillierten internen Informationen von Monsanto verwehrt gewesen./mis/maa/she/he

(AWP)