BB Biotech senkt Dividende - Verlust im vierten Quartal

Die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech hat im vierten Quartal 2016 einen Verlust ausgewiesen und senkt die Dividende für das Gesamtjahr. Trotz der schwierigen Umstände an den Märkten habe BB Biotech ihre Marktposition weiter ausgebaut, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Das Unternehmen rechnet mit weiteren Übernahmen in der Branche, was durch Massnahmen der neuen US-Regierung beschleunigt werden könnte.
20.01.2017 07:58

Die Dividende für das Jahr 2016 sinkt auf 2,75 CHF pro Aktie. Im Vorjahr hatte das Unternehmen - unter Berücksichtigung des Aktiensplits im Verhältnis eins zu fünf - 2,90 CHF pro Aktie ausgeschüttet.

Für das vierte Quartal wird ein Nettoverlust von 24 Mio CHF ausgewiesen, nach einem Gewinn von 511 Mio CHF im Vorjahreszeitraum. Basierend auf ungeprüften Zahlen kam der Jahresverlust nach Steuern 2016 bei 802 Mio CHF zu liegen, womit frühere Angaben bestätigt werden. Im Vorjahr wurde ein Gewinn von noch 653 Mio erreicht.

Der Aktienkurs von BB Biotech erholte sich im vierten Quartal um 10,4% in CHF, (+12,8% in EUR, +5,5% in USD). Auslöser dieser Erholung war eine Kombination aus Erstarkung des USD-Wechselkurses und einer Auflösung der Differenz zwischen Aktienkurs und dem Inneren Wert, wie das Unternehmen schreibt. Für das Gesamtjahr 2016 verbuchte BB Biotech eine positive Gesamtrendite von 0,3% in CHF (+1,9% in EUR, -1,4 % in USD).

POSITION IN ACTELION VERRINGERT

BB Biotech hat ihre Position in Actelion im vierten Quartal auf 8,1% von 8,3% der Wertschriften verringert. Als Grund wird die starke Kursentwicklung basierend auf den Übernahmegesprächen mit Johnson & Johnson genannt. Die Investitionen in Alexion (4,8% der Wertschriften) und Novo Nordisk (3,7%) wurden aufgestockt, ebenso wie die Positionen in kleineren Unternehmen wie Intra-Cellular (0,8%), Macrogenics (1,2%), Juno (1,1%) und Agios (3,7%).

Komplett verkauft wurde Cempra (zuvor 1,5%) nach dem enttäuschenden Urteil des FDA-Beratungsausschusses in Bezug auf das Lebertoxizitätsrisiko Solithromycins. Neu kam eine Position in Myovant (1,3%) hinzu. Das Unternehmen entwickelt den GnRH-Rezeptor-Antagonisten Relugolix bei Endometriose, Gebärmuttermyomen und fortgeschrittenem Prostatakrebs.

SEHR ZUVERSICHTLICH FÜR 2017

Das BB Biotech-Management sei "sehr zuversichtlich" für den Sektor im neuen Jahr, heisst es weiter. 2017 dürfte sich eine Beschleunigung bedeutender Produktzulassungen und wichtiger Meilensteindaten für die Branche und das Portfolio abzeichnen. Als wichtige Beispiele aus dem Portfolio nennt BB Biotech die Lancierung von Spinraza (Biogen) bei spinaler Muskelatrophie, Niraparibs (Tesaro) bei Eierstockkrebs und gezielte zellbasierte Krebstherapien.

Zudem werden weitere Übernahmen durch grosse Marktteilnehmer erwartet, darunter auch Pharmaunternehmen. Der Trend könnte durch Massnahmen der neuen US-Regierung beschleunigt werden, heisst es unter Verweis auf die Aufhebung und Ersatz des Affordable Care Act ("Obamacare") sowie mögliche Kontrollen oder Anpassungen der US-Arzneimittelpreise.

Der vollständige Jahresbericht wird am 17. Februar publiziert.

yr/ra

(AWP)