BBVA schafft dank Mexiko-Geschäft höchsten Gewinn seit 2010

(Ausführliche Fassung) - Die spanische Grossbank BBVA hat 2016 vor allem wegen gut laufender Geschäfte in Mexiko so viel verdient wie seit Jahren nicht mehr. Der Überschuss sei konzernweit um fast ein Drittel auf rund 3,5 Milliarden Euro nach oben geklettert, teilte das Geldhaus am Mittwoch in Madrid mit. Das ist der höchste Gewinn seit 2010 und zudem ein Tick mehr als von Experten erwartet. Der Aktienkurs stieg im frühen Handel an der Börse in Madrid um mehr als 2 Prozent.
01.02.2017 10:16

Der Gewinnsprung sei nicht zuletzt durch die breite regionale Aufstellung der Bank gelungen, erklärte Verwaltungsratschef Francisco González. BBVA ist in 35 Ländern vertreten und hat 70 Millionen Kunden. Kernmärkte sind Spanien und Mexiko. Auch in anderen südamerikanischen Ländern sowie im Süden der USA ist die Bank präsent. Überdies sind die Spanier der Hauptaktionär der türkischen Garanti Bank.

In Mexiko allein kletterte der Überschuss um elf Prozent auf fast zwei Milliarden Euro. In der Türkei lief es nach einem schwierigen Jahr 2015 wieder besser. Die BBVA profitierte zudem vom Sparkurs und zum Jahresende hin von den wieder anziehenden Zinsen in den USA sowie dem regen Handel an den Finanzmärkten nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

Auch der Erzrivale Santander hatte seinen Jahresgewinn steigern können, und zwar auf 6,2 Milliarden Euro. Die beiden spanischen Grossbanken machen damit die teils schwierigen Vorjahre vergessen. Eine schwache spanische Wirtschaft und ein damit einhergehender Verfall der Immobilienpreise hatte den Kreditinstituten des Landes zugesetzt.

Derzeit zählen die spanischen Finanzkonzerne hingegen zu den Gewinnern in der europäischen Bankenlandschaft. Sie sind weniger abhängig vom stark schwankenden Kapitalmarktgeschäft und zudem gut aufgestellt in Wachstumsregionen der Welt. BBVA ist an der Börse derzeit 42 Milliarden Euro wert, Santander sogar gut 75 Milliarden Euro. Damit gehören sie zu den Top Ten der Geldhäuser in Europa. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kommt auf einen Börsenwert von knapp 26 Milliarden Euro./zb/das/stw/stb

(AWP)