Beiersdorf bekommt Rückenwind und hebt Umsatzprognose an

(Ausführliche Fassung) - Dem Nivea- und Tesa-Hersteller Beiersdorf geben gute Geschäfte rund um die Hautpflege und eine starke Nachfrage für sein Klebstoffgeschäft zunehmend Rückenwind. Nach Ablauf der ersten neun Monate hob der Konzern, der im Sommer Opfer eines Hacker-Angriffs wurde, die Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Für die im Dax notierten Aktien ging es damit am Donnerstag geradewegs nach oben. Im frühen Handel gewannen die Papiere an der Index-Spitze zuletzt 4,4 Prozent.
26.10.2017 10:05

"Seit Beginn des Geschäftsjahres ist der Umsatz kontinuierlich gestiegen", sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich laut Mitteilung. In den ersten neun Monaten stiegen die Erlöse um 4,9 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft wuchs Beiersdorf dabei um 5,1 Prozent.

Besonders deutlich fielen die Zuwächse zwischen Juli und September aus. Zum Teil lag das auch am Cyber-Angriff auf die IT-Systeme der Hamburger, durch den einige Umsätze nicht wie geplant im zweiten, sondern erst im dritten Quartal verbucht werden konnten. Der organische Umsatzanstieg von beinah 9 Prozent im dritten Quartal fiel dann am Ende aber um einiges grösser aus als Analysten erwartet hatten.

Die grössten Sprünge in den ersten neun Monaten machte die Klebstoffsparte Tesa, deren Umsatz um rund 11 Prozent auf 945 Millionen Euro anzog. Haupttreiber war die Nachfrage aus der Elektronik und Automobilindustrie. Viele Displays beispielsweise werden geklebt. Im Pflegegeschäft konnte Beiersdorf neben seinem Zugpferd Nivea auch auf die Marken Eucerin, Hansaplast und La Prairie bauen. Der Umsatz mit Pflegeartikeln nahm um knapp 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu.

Für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern im Bezug auf die Umsatzentwicklung zuversichtlicher. 2017 sollen die Konzernerlöse ohne den Einfluss von Währungen sowie Zu- und Verkäufen um 4 bis 5 Prozent steigen. Bislang hatte Beiersdorf mit einem Plus von 3 bis 4 Prozent kalkuliert. Optimistisch ist Beiersdorf insbesondere für Tesa, deren Umsatz nun um etwa 8 Prozent steigen soll.

Seinen Ergebnisausblick bestätigte der Konzern. Die operative Marge wird weiterhin leicht über den im Vorjahr erzielten 15 Prozent erwartet. Einige Analysten hatten auf eine Anhebung spekuliert. Beiersdorf wird eigenen Angaben zufolge aber einen nicht näher bezifferten Aufwand für die Beseitigung der Folgen des IT-Angriffs im Juni verbuchen müssen./she/men/oca

(AWP)