Beiersdorf will trotz schwieriger Märkte weiter punkten

(Ausführliche Fassung) - Der Nivea-Hersteller Beiersdorf will in seinem Kerngeschäft mit Kosmetik- und Pflegeartikeln weiter stärker als der Markt wachsen. "Obwohl das Umfeld schwierig bleiben wird, blicken wir mit vorsichtigem Optimismus in das Geschäftsjahr 2017", sagte Stefan Heidenreich am Mittwoch in Hamburg. Das Wachstum des für den Konzern relevanten Kosmetikmarktes dürfte weiter verhalten ausfallen und zudem verschärfe sich der Wettbewerb in einigen Märkten.
08.03.2017 11:02

Sein Haus sieht er unter anderem durch die Konzentration auf Produkte rund um die Kernmarke Niveau gut aufgestellt, um diesen Bedingungen weiter zu trotzen. 2017 will der Konzern den Umsatz organisch - also vor Effekten aus Übernahmen oder Währungsumrechnungen - um 3 bis 4 Prozent steigern. 2016 stieg der Umsatz aus eigener Kraft um 3,2 Prozent auf 6,75 Milliarden Euro. Die um Sondereffekte bereinigte Umsatzrendite soll 2017 leicht über dem Wert von 2016 liegen.

Im vergangenen Jahr kletterte sie auf 15 (Vorjahr 14,4) Prozent. Der Gewinn nach Steuern stieg um gut 8 Prozent auf 727 Millionen Euro. Der Umsatz ist bereits seit Januar bekannt. Neu sind die Gewinnziffern, die allerdings auch keine positiven Überraschungen lieferten. An der Börse wurden der Ausblick und die Zahlen skeptisch aufgenommen.

Die im Dax notierte Aktie gab in der ersten Handelsstunde rund ein Prozent auf 85,19 Euro nach - damit büsste das Papier einen Teil der Gewinne der vergangenen Wochen wieder ein. Seit dem Zwischentief Anfang Dezember zog der Kurs trotz der Verluste am Mittwoch um rund 13 Prozent an und näherte sich damit wieder dem Ende 2015 erreichten Rekordhoch von 89,54 Euro.

Neben der Prognose, die von vielen Experten als eher vorsichtig eingestuft wurde, enttäuschte die abermals unveränderte Dividende etwas. "Der Dividendenvorschlag liegt zwar auf Höhe der Markterwartung", schrieb DZ-Bank-Experte Thomas Maul in einer Studie. "Mit Blick auf die hohen Barbestände dürften sich einige Investoren allerdings enttäuscht zeigen, dass die Dividende lediglich stabil gehalten wird."

Trotz zuletzt wieder stetig steigender Gewinne schüttet Beiersdorf seit 2009 eine Dividende von 70 Cent je Aktie aus. Grösster Nutzniesser der Gewinnausschüttung sind die Tchibo-Erben Herz, die über die Holding Maxingvest gut die Hälfte der Anteile kontrollieren. Weitere knapp zehn Prozent der Aktien gehören dem Unternehmen selbst, so dass der Streubesitz des Konzerns mit einem Börsenwert von derzeit rund 21,5 Milliarden Euro bei lediglich knapp 40 Prozent liegt./zb/jha/fbr

(AWP)