Beiersdorf wird von Tesa und dem Euro gebremst

(Ausführliche Fassung)
04.08.2016 12:02

HAMBURG (awp international) - Der Eurokurs und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa haben den Nivea-Konzern Beiersdorf im ersten Halbjahr beim Umsatz gebremst. Vor allem in Lateinamerika musste der Konzern währungsbedingt Einbussen hinnehmen. Dafür lief es in der Heimat für den Konzern dank neuer Produkte bei seinen Kernmarken Nivea, Eucerin und La Prairie umso besser. Für das laufende Jahr bestätigte Konzernchef Stefan Heidenreich am Donnerstag die Prognose und warnte vor weiterhin volatilen Märkten.

Die Verbraucher seien durch die wirtschaftlichen und politischen Ereignisse in vielen Ländern zunehmend verunsichert, gleichzeitig steige der Wettbewerbsdruck, sagte Heidenreich. "Diese Entwicklungen treffen aber die gesamte Konsumgüterbranche." Für Beiersdorf sehe er weiterhin "reale Wachstumschancen." Die Aktie gehörte am Donnerstag wie viele andere als defensiv geltenden Werte zu den Verlierern im Dax. Zuletzt verbuchte sie ein Minus von knapp 3 Prozent.

In den ersten sechs Monaten sanken die Erlöse um 1,3 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro. Klammert man Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe aus, wuchs der Umsatz um 2,8 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 1 Prozent auf 513 Millionen Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn legte um 4,6 Prozent auf 364 Millionen Euro zu.

Mit Pflegeprodukten macht Beiersdorf das meiste Geld. Der Umsatz der Consumer genannten Pflegesparte wuchs in der ersten Jahreshälfte organisch um 3,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Die Klebstofftochter Tesa litt hingegen unter einer schwächeren Nachfrage aus der Elektronikindustrie in Asien. Organisch kam die Sparte daher kaum von der Stelle. Gegenüber den ersten drei Monaten verbesserte sich die Entwicklung im zweiten Quartal aber etwas.

Im Gesamtjahr wollen die Hamburger aus eigener Kraft im Konzern um 3 bis 4 Prozent zulegen. Die Marge soll über das Vorjahresniveau von 14,4 Prozent steigen. Nach Zukäufen hält der Konzern weiterhin Aussicht. Bislang habe Beiersdorf aber noch nicht die passende Braut gefunden, sagte Heidenreich./she/jha/zb

(AWP)