BEKB im ersten Halbjahr mit leichtem Gewinnrückgang - verhaltener Ausblick

(Meldung durchgehend ergänzt)
05.08.2016 12:00

Bern (awp) - Die Berner Kantonalbank (BEKB) hat in den ersten sechs Monaten 2016 den Druck durch das Tiefzinsumfeld zu spüren bekommen und rückläufige Gewinnzahlen erwirtschaftet. Im wichtigen Zinsengeschäft ging der Ertrag trotz einem weiteren Wachstum bei den Hypothekarkrediten zurück. Auch für das Gesamtjahr erwartet das Staatsinstitut einen leicht tieferen Gewinn.

Der Geschäftserfolg fiel in den ersten sechs Monaten mit 72,9 Mio CHF um 1,7% unter dem Vorjahreswert aus, wie den am Freitag veröffentlichten Zahlen der BEKB zu entnehmen ist. Profitieren konnte das Institut zwar auch von ausserordentlichen Erträgen aus dem Verkauf von Sachanlagen, gleichzeitig wurden aber auch die Reserven für allgemeine Bankrisiken weiter geäufnet. Unter dem Strich resultierte ein um 1,8% tieferer Halbjahresgewinn von 55,4 Mio CHF.

RÜCKLÄUFIGER KOMMISSIONS- UND DIENSTLEISTUNGSERTRAG

Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, resultierte trotz dem weiteren Anstieg des Kreditvolumens ein um 0,5% gesunkener Netto-Erfolg von 150,4 Mio CHF. Primär sei der Rückgang darauf zurückzuführen, dass auslaufende Festzinshypotheken zu deutlich tieferen Zinssätzen verlängert wurden, gleichzeitig stehe auch der Ertrag aus den Finanzanlagen unter Druck, so die BEKB. Für die Absicherung der Risiken einer Zinsänderung wendete die Bank mit 36,5 Mio CHF (VJ 38,4 Mio) etwas weniger auf als vor Jahresfrist.

Einen deutlichen Rückgang musste die BEKB auch im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-4,6% auf 47,3 Mio) hinnehmen. Die BEKB bekam dort die "anhaltend zurückhaltende Stimmung" der Anleger aufgrund der Tiefzinssituation und des volatilen Börsenumfeldes zu spüren. Im Handelsgeschäft resultierte ein rückläufiger Erfolg (-3,2% auf 9,1 Mio) und auch der übrige ordentliche Erfolg (-37% auf 8,9 Mio) fiel wegen tieferer Beteiligungserträge klar tiefer aus als im Vorjahr.

Der Geschäftsaufwand ging derweil um 0,6% auf 126,9 Mio CHF zurück. Die Abnahme war auf einen niedrigeren Personalaufwand zurückzuführen - die Bank reduzierte dem Personalbestand um 51 auf 1'040 Vollzeitstellen.

STEIGENDE AUSLEIHUNGEN

Die Kundenausleihungen erhöhten sich gegenüber dem Stand von Ende 2015 um rund 3,6% auf 21,5 Mrd CHF. Dabei lag das Wachstum bei den Hypothekarforderungen in den ersten sechs Monaten bei 1,2%. Auf der Gegenseite der Bilanz gingen die Kundenausleihungen allerdings um 0,9% auf 22,0 Mrd CHF zurück. Die Refinanzierung bleibe aber auf hohem Niveau, betont die BEKB.

Bei den Kundendepots kann die BEKB einen Neugeld-Zufluss von 110 Mio CHF vermelden. die betreuten Vermögenswerte stiegen auf 20,9 Mrd CHF.

DRUCK AUF ZINSMARGE

Derzeit drücke das historisch tiefe Zinsumfeld verbunden mit Negativzinsen weiter auf die Zinsmarge, stellt die Kantonalbank fest. Deshalb komme dem Kostenmanagement weiterhin eine zentrale Bedeutung zu. Für das Gesamtjahr erwartet die BEKB bei gleichbleibenden Verhältnissen an den Geld- und Kapitalmärkten ein Ergebnis, das "voraussichtlich leicht unter demjenigen des Vorjahres ausfallen" wird.

Insgesamt sei es für die Berner KB ein schwieriges Semester gewesen und immerhin habe die Bank ihre Zinsmarge verteidigen können, kommentiert CS-Analyst Jan-Thomas Schöps. Zudem sei der Ausblick "weniger negativ als erwartet". Am insgesamt leicht positiven Aktienmarkt (SPI +0,3%) legt die BEKB-Aktie am Freitagvormittag bei dünnem Handel um 0,1% auf 187,20 CHF zu.

tp/mk

(AWP)