Zinsdruck hält anBerner KB mit leicht tieferem Gewinn

Die Berner Kantonalbank hat 2016 mit Blick auf die anhaltend tiefen Marktzinsen einen gegenüber dem Vorjahr minim tieferen Gewinn erzielt. Negativzinsen für einen Grossteil der Privatkunden seien weiterhin nicht geplant.
26.01.2017 07:59
Der Hauptsitz der Berner Kantonalbank am Bundesplatz in Bern.
Der Hauptsitz der Berner Kantonalbank am Bundesplatz in Bern.
Bild: ZVG

Der Jahresgewinn sank um 1,4% auf 129,4 Mio CHF, wie die Kantonalbank am Donnerstag mitteilte. Sie hatte bereits im Sommer mit einem leicht tieferen Resultat gerechnet.

"Die Berner Kantonalbank hat in einem erneut schwierigen Marktumfeld ein recht gutes Ergebnis erzielt", erklärte BEKB-CEO Hanspeter Rüfenacht im Gespräch mit AWP. Das Geschäft leide nach wie vor unter den anhaltend tiefen Zinsen und die Zinsmarge bleibe unter Druck. "Gleichzeitig ist es uns aber gelungen, das Geschäftsvolumen weiter auszudehnen", so der BEKB-Chef weiter.

Den Aktionären wird an der kommenden Generalversammlung eine weitere Erhöhung der Dividende um 20 Rappen auf 6,20 CHF je Aktie vorgeschlagen. Im aktuellen Marktumfeld sei die Ausschüttungspolitik der BEKB von Vorsicht geprägt, meinte Rüfenacht. Die mögliche Höhe der Ausschüttungsquote sei aber "bei weitem" noch nicht ausgereizt.

Der Geschäftserfolg lag mit 146,0 Mio CHF deutlich über den 61,3 Mio aus dem Vorjahr. Da gilt es allerdings zu bedenken, dass das Vorjahresergebnis massgeblich durch eine Zuweisung in die Pensionskasse belastet war. Diese Zuweisung wurde aber mit der Auflösung von Reserven für allgemeine Bankrisiken aufgefangen und hatte damit den Jahresgewinn nicht tangiert.

Im Ausblick sieht sich die Bank mit dem langfristigen Ziel, in der Zeitspanne von 2013 bis 2022 einen Free Cash Flow von 900 Mio bis 1,1 Mrd CHF zu erwirtschaften, auf Kurs. Im Berichtsjahr habe der Free Cash Flow 94,2 Mio betragen und der seit 2013 geschaffene Mehrwert belaufe sich auf 451 Mio.

Hanspeter Rüfenacht glaubt nicht, dass sich die Lage an der Zinsfront entschärfen wird. "Die Negativzinsphase wird noch weiter anhalten und wir hoffen, dass sie sich nicht noch verschärft." Dennoch sei die Einführung von Negativzinsen für einen Grossteil der Privatkunden nicht geplant. Auch im laufenden Jahr lege die BEKB den Fokus weiterhin auf ein konsequentes Kostenmanagement.

(AWP)