BEKB wächst im ersten Halbjahr trotz anhaltendem Druck im Zinsgeschäft

(Meldung um weitere Details ausgebaut) - Die Berner Kantonalbank (BEKB) hat sich im ersten Halbjahr 2017 trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds gut geschlagen. Ausserordentliche Erträge sorgten vor allem auf Gewinnseite für eine erfreuliche Zunahme. Für das Gesamtjahr stellt die BEKB bei gleichbleibenden Verhältnissen an den Geld- und Kapitalmärkten ein leicht höheres Jahresergebnis in Aussicht.
04.08.2017 08:44

In den ersten sechs Monaten legte der Geschäftserfolg um 9,3% auf 79,7 Mio CHF zu. Unter dem Strich stieg der Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% auf 56,9 Mio CHF, wie das Staatsinstitut am Freitag mitteilte. Dabei sei es zu einem ausserordentlichen Ertrag aus Verkaufsgewinnen von Sachanlagen gekommen.

ANSTIEG IM ZINSGESCHÄFT

Der Geschäftsertrag nahm auf 226,0 Mio CHF zu nach 215,2 Mio im Jahr davor. Dabei steuerte der wichtigste Ertragspfeiler, das Zinsengeschäft, 152,8 Mio CHF bei, und damit 1,6% mehr als im ersten Halbjahr 2016. Die BEKB führt den Anstieg darauf zurück, dass ausfallrisikobedingte Wertberichtigungen aufgelöst wurden. Dennoch bleibe die Zinsmarge aber weiter unter Druck, da seit Jahren auslaufende Festzinshypotheken zu tieferen Zinssätzen verlängert werden.

Wie die Bank aber auch betont, steht der Ertrag aus Finanzanlagen weiter unter Druck. Es bestünden Absicherungen, um die Folgen von allenfalls steigenden Zinsen zu dämpfen. Die Kosten für diese Absicherung der Zinsänderungsrisiken belasteten das Zinsergebnis mit 36,0 Mio CHF und damit in etwa so stark wie im ersten Halbjahr 2016.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg auf 52,8 Mio CHF (VJ 47,3 Mio) an, und auch im Handelsgeschäft weist die BEKB mit 9,6 Mio CHF einen um 5,5% höheren Erfolg aus als im Vorjahr.

AUFWAND BLEIBT IN ETWA STABIL

Der Geschäftsaufwand fiel mit einem Rückgang um 0,6% auf 126,0 Mio CHF in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus. Laut Mitteilung nahmen sowohl Personal- als auch Sachaufwand leicht ab.

Bei den Hypothekarforderungen weist die Bank für den Berichtszeitraum 20,2 Mrd CHF aus, ein Plus von 2,5%. Insgesamt stiegen die Kundenausleihungen (ohne öffentlich-rechtliche Körperschaften) um 572 Mio auf 21,1 Mrd CHF.

Die Vermögensberatung entwickelte sich ebenfalls erfolgreich: Die betreuten Vermögenswerte (Depotvolumen) stiegen um 726,0 Mio auf 21,7 Mrd CHF.

VORSICHTIG OPTIMISTISCH FÜR GESAMTJAHR

Für den weiteren Geschäftsverlauf stellt die Bank ein leicht höheres Ergebnis in Aussicht - vorausgesetzt die Verhältnisse an den Geld- und Kapitalmärkten verändern sich nicht gross.

Grundsätzlich mache sich der positive Konjunkturverlauf in der Eurozone zwar auch in der Schweizer Wirtschaft bemerkbar, hiess es weiter. Das historisch tiefe Zinsumfeld verbunden mit Negativzinsen drücke jedoch weiter auf die Zinsmarge. Daher bleibe das Kostenmanagement weiterhin ein zentrales Thema.

hr/ys

(AWP)