BEKB wächst im ersten Halbjahr trotz anhaltendem Margendruck im Zinsgeschäft

(Zusammenfassung mit Aussagen des CEO und Aktienkurs) - Bei der Berner Kantonalbank (BEKB) ist man angesichts des nach wie vor herausfordernden Umfelds mit den Ergebnissen für das erste Halbjahr 2017 durchaus zufrieden. In einem solchen Markt weiter zu wachsen, stimme ihn auf jeden Fall zufrieden, betont denn auch CEO Hanspeter Rüfenacht im Gespräch mit AWP. Für das Gesamtjahr stellt der Manager bei gleichbleibenden Verhältnissen an den Geld- und Kapitalmärkten ein leicht höheres Jahresergebnis in Aussicht.
04.08.2017 12:13

In den ersten sechs Monaten legte der Geschäftserfolg um 9,3% auf 79,7 Mio CHF zu. Unter dem Strich stieg der Halbjahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% auf 56,9 Mio CHF. Dabei sei es zu einem ausserordentlichen Ertrag aus Verkaufsgewinnen von Sachanlagen gekommen, heisst es vom Staatsinstitut am Freitag.

ANSTIEG IM ZINSGESCHÄFT

Der Geschäftsertrag nahm auf 226,0 Mio CHF zu nach 215,2 Mio im Jahr davor. Dabei steuerte der wichtigste Ertragspfeiler, das Zinsengeschäft, 152,8 Mio CHF bei, und damit 1,6% mehr als im ersten Halbjahr 2016. Die BEKB führt den Anstieg darauf zurück, dass ausfallrisikobedingte Wertberichtigungen aufgelöst wurden. Dennoch bleibe die Zinsmarge aber weiter unter Druck, da seit Jahren auslaufende Festzinshypotheken zu tieferen Zinssätzen verlängert werden.

Auch der Ertrag aus Finanzanlagen steht weiter unter Druck. Es bestünden Absicherungen, um die Folgen von allenfalls steigenden Zinsen zu dämpfen. Die Kosten für diese Absicherung der Zinsänderungsrisiken belasteten das Zinsergebnis mit 36,0 Mio CHF und damit in etwa so stark wie im ersten Halbjahr 2016.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg auf 52,8 Mio CHF (VJ 47,3 Mio) an, und auch im Handelsgeschäft weist die BEKB mit 9,6 Mio CHF einen um 5,5% höheren Erfolg aus als im Vorjahr. "Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft hat es sich ausgezahlt, dass wir unsere eigenen Fonds aufgelegt haben", erklärt der CEO in dem Interview mit AWP. Sie hätten das Wachstum massgeblich mitgetragen.

AUFWAND BLEIBT IN ETWA STABIL

Der Geschäftsaufwand fiel mit einem Rückgang um 0,6% auf 126,0 Mio CHF in etwa auf dem Niveau des Vorjahres aus. Laut Mitteilung nahmen sowohl Personal- als auch Sachaufwand leicht ab.

Bei den Hypothekarforderungen weist die Bank für den Berichtszeitraum 20,2 Mrd CHF aus, ein Plus von 2,5%. Insgesamt stiegen die Kundenausleihungen (ohne öffentlich-rechtliche Körperschaften) um 572 Mio auf 21,1 Mrd CHF.

Die Vermögensberatung entwickelte sich ebenfalls erfolgreich: Die betreuten Vermögenswerte (Depotvolumen) stiegen um 726,0 Mio auf 21,7 Mrd CHF.

VORSICHTIG OPTIMISTISCH FÜR GESAMTJAHR

Für den weiteren Geschäftsverlauf stellt die Bank ein leicht höheres Ergebnis in Aussicht - vorausgesetzt die Verhältnisse an den Geld- und Kapitalmärkten verändern sich nicht gross.

Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept sagt Rüfenacht: "In einem so schwierigen Umfeld, wie wir es nun bereits seit einiger Zeit sehen, ist ein striktes Kostenmanagement zentral". Und hier zeigten die vorgelegten Zahlen, dass seine Bank diese gut unter Kontrolle habe.

Grundsätzlich gesprochen, betont der CEO zwar, dass der positive Konjunkturverlauf in der Eurozone auch auf die Schweizer Wirtschaft ausstrahle. Das historisch tiefe Zinsumfeld verbunden mit Negativzinsen drücke jedoch weiter auf die Zinsmarge.

Umso spannender bleibe die weitere Zinspolitik der Notenbanken und die aktuellen Spekulationen darüber, wann es in Europa und dann auch in der Schweiz zu einer Veränderung bei den Zinsen komme. "Eine Veränderung an der Zinsfront wäre eine grosse Entlastung", betont der Manager.

An der Börse bewegen die Zahlen bis 12.00 Uhr kaum, wie das Minus von nicht ganz 0,2% zeigt. Der Gesamtmarkt (SPI) steht ebenfalls 0,2% tiefer.

hr/ys

(AWP)