Bertelsmann mit Gewinnsprung auf fast 700 Millionen Euro

Der Medien-, Buch- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann hat das dritte Quartal 2017 mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. In den ersten neun Monaten des Jahres erhöhte sich der Gewinn der Gütersloher im Vorjahresvergleich um 6,4 Prozent auf 694 Millionen Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vermeldete Bertelsmann am Donnerstag mit 1,64 Milliarden Euro einen Rekordwert. Der Umsatz stieg leicht auf 12,1 Milliarden Euro.
09.11.2017 11:00

Grösster Treiber bleibt das Sendergeschäft der im MDax notierten RTL Group in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich. Der Umsatz im dritten Quartal fiel hier mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro höher aus als erwartet. Das RTL-Management erhöhte daraufhin die Gewinnprognose für das laufende Jahr und geht jetzt nicht mehr von einem stagnierenden, sondern von einem um 1 bis 2,5 Prozent leicht steigenden operativen Gewinn aus. Dabei soll der Umsatz der RTL Group dank des weiter wachsenden Digital- und Fernsehgeschäfts in Deutschland um 2,5 bis 5 Prozent wachsen.

Vorstandschef Thomas Rabe treibt seit Jahren die Digitalisierung von Bertelsmann voran. So legte das Musikrechteunternehmen BMG beim Umsatz um 29 Prozent zu, die Bildungssparte Bertelsmann Education Group wuchs - auf niedrigem Niveau - um 38 Prozent. Bereiche, die wenig Wachstum versprechen, werden zurückgefahren.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhte sich der Anteil der Wachstumsgeschäfte am Gesamtumsatz um 3 Prozentpunkte auf 32 Prozent. Rabe sprach von einem sehr erfreulichen Geschäftsverlauf 2017. "Wir haben unsere Wachstumsdynamik nach neun Monaten abermals gesteigert", sagte der Vorstandsvorsitzende der Mitteilung zufolge.

Für Bertelsmann arbeiten weltweit neben der RTL Group in den Töchtern Penguin Random House (Buchverlag), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musikrechte), Arvato (Dienstleistungen) und Printing Group (Druckereien) sowie in einem Bildungs- und Investment-Bereich rund 120 000 Mitarbeiter. Eigentümer sind Stiftungen, darunter die Bertelsmann-Stiftung. Die Familie Mohn hält die restlichen Anteile von knapp 20 Prozent./lic/DP/jha

(AWP)