Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich bis Jahresende

Schweizer Unternehmen sind nach dem Sommerhoch bei Einstellungen wieder zurückhaltender: Die Beschäftigungsaussichten bis Ende Jahr sind sogar leicht negativ.
11.09.2018 09:17

Acht Prozent der befragten Arbeitgeber gehen von einem Abbau beim Personal in den letzten drei Monaten des Jahres aus, wie der Personalvermittler Manpower am Dienstag mitteilte. Fünf Prozent rechnen mit einer Aufstockung bei der Belegschaft. Die grosse Mehrheit will ihr Personal aber stabil halten.

Unter dem Strich ergibt sich damit saisonbereinigt eine negative Arbeitsmarktprognose von 2 Prozent für die Schweiz. Noch im Vorquartal stand das Arbeitsmarktbarometer 4 Prozent im Plus, vor einem Jahr war es stabil. Für das Barometer hat Manpower im Juli in der Schweiz 751 Arbeitgeber befragt.

Arbeitsmarkt an Kapazitätsgrenze

Die Prognose sehe keinen drastischen Stellenabbau vor, kommentierte Manpower-Schweiz-Manager Leif Agnéus. Sie deute aber daraufhin, dass sich der Einstellungsrhythmus verlangsamen werde.

Der Arbeitsmarkt dürfte nach dem Sommerhoch bei Einstellungen und geschaffenen Arbeitsplätzen bis zum Jahresende an seine Kapazitätsgrenze stossen, hiess es weiter. Die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist derzeit mit 2,4 Prozent auf einem Zehnjahrestief.

Einbruch im Tessin

In vier der sieben untersuchten Regionen wollen die Arbeitgeber die Anzahl Mitarbeitende stabil halten oder ausbauen. Am zuversichtlichsten sind die Firmen aus der Nordwestschweiz. Im Tessin dagegen sind die Arbeitgeber so pessimistisch wie nie zuvor seit der Einführung des Arbeitsmarktbarometers in der Schweiz im dritten Quartal 2005.

Nach Branchen sind die Beschäftigungsaussichten einzig in den beiden Sektoren Baugewerbe sowie Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen positiv. Weniger Einstellungen soll es dagegen insbesondere im Verkehrs-und Nachrichtenwesen sowie in der Land- und Forstwirtschaft geben.

Voll und ganz im Gange bleibt der Arbeitsplatzaufbau im Nachbarland Deutschland, wo die Arbeitsmarktprognose mit 10 Prozent so optimistisch wie zuletzt vor sieben Jahren ist. Verhaltener zeigen sich dagegen die Arbeitgeber in Frankreich und Italien, wo die Prognose 2 Prozent beträgt.

tt/ra

(AWP)