BFS-Beschäftigungsbarometer: Teilzeitstellen sorgen für Beschäftigungswachstum

(Ausführliche Fassung)
30.08.2016 13:30

Neuenburg (awp/sda) - Die Gesamtbeschäftigung in der Schweiz hat im zweiten Quartal leicht zugelegt. Doch wirklich mehr gearbeitet wird deshalb noch lange nicht.

Gemäss der neusten Beschäftigungsstatistik vom zweiten Quartal gab es in der Industrie und im Dienstleistungssektor 4,903 Mio Beschäftige. Das sind zwar 0,6% mehr als im Vorjahresquartal, wie es in der Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Dienstag heisst.

Doch rechnet man diese Zahl um in Vollzeitstellen (Vollzeitäquivalenz), resultiert ein Rückgang von 0,1%. Mehr Beschäftige haben also insgesamt weniger gearbeitet. Betroffen vom Rückgang ist vor allem die Industrie. Dort wurden Stellen abgebaut, während im Dienstleistungssektor die Beschäftigung zulegte. Der Landwirtschaftssektor wird in der Statistik nicht berücksichtigt.

Bei den saisonbereinigten Werten stieg die totale Beschäftigung im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,2%, wobei das Wachstum im Dienstleistungsbereich etwas stärker war als in der Industrie.

Nach Regionen betrachtet verzeichneten alle Grossregionen im Jahresvergleich ein Wachstum, allen voran das Tessin. Saisonbereinigt ergab sich im Tessin im Vergleich zum Vorquartal aber ein Rückgang. Hier dürfte die Zahl der Grenzgänger eine Rolle spielen, die in der Statistik eingerechnet werden.

MEHR OFFENE STELLEN

In der gesamten Wirtschaft wurden 900 offene Stellen mehr gezählt als im Vorjahresquartal. Dies entspricht einem Plus von 1,6%. Auch hier sind die Dienstleistungsbetriebe für die Zunahme verantwortlich. Im sekundären Sektor nahm die Zahl der offenen Stellen ab.

Trotz Rückschlägen scheinen auch die Industriebetriebe zuversichtlich - und das in allen Grossregionen der Schweiz. Dies zeigt der vom BFS errechnete Indikator der Beschäftigungsaussichten, der aufgrund von Befragungen erstellt wird. Er ist leicht um 0,4% gestiegen.

(AWP)