BHP Billiton will US-Schieferöl loswerden und stoppt Kali-Projekt in Kanada

Der weltgrösste Bergbaukonzern BHP Billiton geht zumindest teilweise vor aktivistischen Investoren angeführt vom berüchtigten Paul Singer in die Knie. Zum einem soll das Geschäft mit der Schieferöl-Förderung in den USA losgeschlagen werden, zum anderen wird ein milliardenschweres Kali-Projekt in Kanada auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies teilte BHP am Dienstag in Sydney mit. Letzteres ist unter anderem auch für den deutschen Konzern K+S interessant, da so die Kapazitäten in diesem inzwischen auch für das im MDax notierte Unternehmen wichtigen Markt nicht weiter steigen.
22.08.2017 06:32

An der Börse kamen die Ankündigungen sowie die ebenfalls veröffentlichten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 (Ende Juni) gut an. Die Aktie zog um etwas mehr als ein Prozent an und baute damit ihre jüngsten Kursgewinne aus. Seit einem Zwischentief Anfang Juni legte das Papier um fast ein Fünftel zu. Der Rückzug aus der US-Ölförderung und das verschobene Kali-Projekt sind Folgen vieler Gespräche mit Investoren des künftigen Verwaltungsratschefs Ken MacKenzie, der seinen Job offiziell erst im kommenden Monat antritt.

Viele Grossanleger - angeführt von Singers Hedgefonds Elliott - hatten zuletzt einen Rückzug aus dem Ölgeschäft und einen Investitionsstopp in Kanada gefordert. Einige Forderungen gingen dabei sogar soweit, dass sich der australisch-britische Konzern vom gesamten Ölgeschäft trennen soll - aber besonders im Visier dabei war immer die Förderung an Land in den USA. BHP ist derzeit der achtgrösste Förderer von Schiefer-Öl in den Vereinigten Staaten. Zu Zeiten von Ölpreisen von mehr als 100 US-Dollar je Barrel boomte das hochprofitable Geschäft.

Wegen der zuletzt deutlich niedrigeren Ölpreise kämpfen alle Produzenten mit Problemen in diesem Geschäft. BHP Billiton konnte in der Sparte aber im vergangenen Geschäftjahr dank Sparmassnahmen positive Zahlungsströme erzielen. Experten gehen davon aus, dass der Konzern bei einem Verkauf zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar erzielen kann. BHP selbst prüft neben dem Verkauf zum Beispiel einen Börsengang, eine Abspaltung an die Aktionäre oder einen Tausch mit anderen Sparten eines möglichen Interessenten./zb/jha/

(AWP)