Bilfinger wegen Konzernumbaukosten mit Verlust

Kosten für den Konzernumbau haben den kriselnden Industriedienstleister Bilfinger im dritten Quartal in die Verlustzone gedrückt. Unter dem Strich betrug der Fehlbetrag 21 Millionen Euro, wie der SDax -Konzern am Dienstag in Mannheim mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Bilfinger einen Gewinn von 457 Millionen Euro ausgewiesen. Darin enthalten war allerdings ein Gewinn aus dem Verkauf der Bau- und Gebäudedienstleistungen in Höhe von 539 Millionen Euro.
14.11.2017 07:33

Im eigentlichen Geschäft lief es für Bilfinger besser. Die Leistung fiel zwar von Juli bis September im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 998 Millionen Euro, bereinigt um Unternehmensverkäufe und Währungseffekte legte sie aber nach 13 Quartalen erstmals wieder zu. Der Auftragseingang kletterte dank Grossaufträgen und Nachholeffekten bei Rahmenverträgen um 11 Prozent. Der operative Gewinn (Ebita bereinigt) erreichte mit 21 Millionen Euro den Vorjahreswert.

Für das laufende Jahr bestätigte Konzernchef Tom Blades die Gewinnprognose. Er stellte für 2017 weiter ein ausgeglichenes operatives Ergebnis in Aussicht. 2016 lag dieses bei 15 Millionen Euro. Allerdings rechnet er nun mit einem weniger starken Rückgang bei der Leistung. Diese sollte nun um weniger als fünf Prozent sinken. Zuvor war er von einem Rückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Der Auftragseingang aus dem fortgeführten Geschäft soll wachsen. Durch Spartenverkäufe, umfangreiche Sparmassnahmen sowie eine neue Strategie hatte Blades den Konzern zuletzt umfassend umgekrempelt.

"Mit der Stabilisierung des Unternehmens sind wir auf einem guten Weg", sagte Blades. Mit den geplanten Verkäufen verlustreicher Randbereiche, die vornehmlich aus der Kraftwerkssparte stammen, kommt Bilfinger weiter voran. Von den insgesamt 13 Problemtöchtern seien bis Ende des dritten Quartals acht verkauft worden.

Im Geschäftsfeld Engineering & Technologies ging der Auftragseingang auch im dritten Jahresviertel wegen eines herausfordernden Marktumfelds und einer zurückhaltenden Annahme im Projektgeschäft zurück. Im Geschäft mit Wartung und Betrieb von Anlagen (Maintenance, Modifications & Operations) konnte Bilfinger hingegen wieder mehr Aufträge ergattern.

Bilfinger befindet sich nach mehreren Chefwechseln und damit einhergehenden Strategieschwenks in den vergangenen Jahren weiterhin im Umbruch. Blades hatte Anfang des Jahres seine neue Strategie vorgestellt, mit der er den schwächelnden Konzern wieder in die Erfolgsspur zurückführen will. Dazu gehören die Konzentration auf zwei Geschäftsbereiche, Kosteneinsparungen und die Trennung von Randgeschäften.

Inzwischen ist Bilfinger ein reiner Industriedienstleister. Nach der Stabilisierung will Blades den Konzern auch mit Zukäufen stärken. Bis 2020 soll die Leistung nach 2017 pro Jahr so im Schnitt um mehr als 5 Prozent zulegen. Die bereinigte Ebita-Marge soll 2020 dann bei etwa 5 Prozent liegen./mne/he/jha/

(AWP)