Biotech-Branche dürfte nach erneutem Rekordjahr 2016 an Schwung verlieren

Zürich (awp) - Jeder Höhenflug hat mal ein Ende - für die Biotech-Branche könnte sich dies im laufenden Jahr bewahrheiten. Wie das Beratungsunternehmen EY in einer aktuellen Studie festhält, dürften Umsatz und Gewinn der Branche im laufenden Jahr nach erneuten Rekordzahlen für 2015 an Schwung verlieren und entsprechend das Interesse der Investoren dämpfen.
09.06.2016 10:00

Die Umsätze der von EY analysierten Unternehmen in Europa und den USA stiegen 2015 um 13% auf 132,7 Mrd USD, die Gewinne um 18% auf 16,6 Mrd USD. Auch in puncto Schaffung von Arbeitsplätzen kann sich die Branche mit mehr als 33'000 neu geschaffenen Jobs sehen lassen. Damit erzielte die global operierende Branche das dritte Jahr in Folge Rekorde.

Dass sich die Entwicklung im laufenden Jahr deutlich abkühlen dürfte, liegt massgeblich an den zahlreichen Herausforderungen, mit denen die Unternehmen konfrontiert sind. "Insbesondere der zunehmende Preisdruck wegen immer aggressiverer Massnahmen der Krankenkassen und weiterer Kostenträger bereitet Sorgen", wird Jürg Zürcher, Biotech-Leader für EMEIA sowie Life Sciences Leader für die Schweiz bei EY, in einer Medienmitteilung vom Donnerstag zitiert.

In Zukunft werde es für Biotech-Unternehmen immer wichtiger, den Wert ihrer Produkte besser zu demonstrieren und sich auf ihre Geschäftsmodelle fokussieren. Es sei erfolgsversprechend, nur noch in wenigen ausgewählten therapeutischen Bereichen eine Vormachtstellung zu erringen, um kommerziell wettbewerbsfähig zu sein und das Wachstum anzutreiben, heisst es in dem Bericht weiter.

Zusätzlichen Wachstumsschub könnten die Unternehmen auch künftig durch externes Wachstum erzielen. So erreichte die Zahl der Fusionen und Akquisitionen (M&A) 2015 zum zweiten Mal in Folge ein Rekordhoch. Mit 89 Transaktionen lag die M&A-Aktivität der Biotech-Branche weit über den 69 Transaktionen von 2014. Der kumulierte Transaktionswert hat sich mit 100,2 Mrd USD etwas mehr als verdoppelt.

"Wir werden eine weiterhin hohe Aktivität auf dem M&A-Markt sehen, auch wenn verschärfte US-Steuergesetze die Verlegung von Unternehmenssitzen aus steuerlichen Gründen weniger lukrativ gemacht haben", ist Jürg Zürcher überzeugt.

hr/uh

(AWP)