BKB mit verbesserten Gewinnzahlen für 2016 - Abschluss US-Steuerstreit erwartet

(Meldung durchgehend ergänzt) - Die Basler Kantonalbank (BKB) weist für das Geschäftsjahr 2016 verbesserte Gewinnzahlen aus. Dabei ist dem Institut der Wegfall von belastenden Sonderfaktoren aus dem Vorjahr zugute gekommen. Im Zinsengeschäft legte die Bank bei steigenden Hypothekarausleihungen zu, allerdings belastete ein starker Rückgang im Kommissionsgeschäft. Den Steuerstreit mit den USA erwartet die Bank im laufenden Jahr abzuschliessen.
23.02.2017 09:05

Der Jahresgewinn im Stammhaus BKB stieg im Geschäftsjahr 2016 um 4,8% auf 93,3 Mio CHF. Der Geschäftserfolg als Mass für die operative Leistung fiel mit 146,3 Mio CHF gar um 24% über dem Vorjahr aus. Im Jahr 2015 hatte allerdings unter anderem noch die Einigung mit den deutschen Steuerbehörden auf dem Ergebnis gelastet. Die Inhaber der BKB-Partizipationsscheine (PS) erhalten eine unveränderte Dividende von 3,10 CHF pro Titel, wie die BKB am Donnerstag mitteilte.

VERBESSERTES ZINSENGESCHÄFT

Insgesamt fiel der Geschäftsertrag im Stammhaus BKB mit (-1,9% auf 370 Mio CHF) leicht unter dem Vorjahr aus. Zwar konnte die Kantonalbank in ihrem wichtigsten Geschäftsbereich, dem Zinsengeschäft, den Nettoerfolg mit einem Plus von 1,8% auf 184,4 Mio CHF leicht erhöhen. Dabei profitierte sie neben dem Kreditwachstum auch von einer "rechtzeitig getätigten Absicherung der Zinsänderungsrisiken", wie sie schreibt.

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (-10,6% auf 67,3 Mio CHF) fiel dagegen deutlich zurück. Hier lastete die Anlageunlust der Kunden auf dem Geschäft, aber auch die "konsequente Weissgeldstrategie" und der Wechsel auf ein retrozessionsfreies Modell waren spürbar. Der Handelserfolg (+1,1% auf 63,8 Mio CHF) verbesserte sich leicht - die Kunden hätten aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit einen höheren Bedarf an Absicherung gezeigt.

HOHE INVESTITIONEN

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich im vergangenen Jahr um 2,6% auf 215,0 Mio CHF. Während der Personalaufwand zurückging (-2,1%), fiel vor allem der deutlich erhöhte Sachaufwand (+11%) ins Gewicht. Dieser stieg unter anderem wegen weiterer Investitionen in das Filialnetz und der Entwicklung neuer digitaler Produkte. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich insgesamt auf 58,1% (VJ 55,6%).

UNVERÄNDERTE US-RÜCKSTELLUNGEN

Die Bilanzsumme im Stammhaus BKB lag mit 22,3 Mrd CHF (-1,1%) leicht unter dem Vorjahr. Bei den Hypothekarforderungen (+4,7% auf 10,5 Mrd) legte die Kantonalbank wieder zu. Die Kundeneinlagen waren mit 11,5 Mrd CHF (VJ 11,6 Mrd) allerdings leicht rückläufig.

Die im Jahr 2013 getätigten Rückstellungen für eine Busse im US-Steuerstreit von 100 Mio CHF entsprechen weiterhin "der aktuellen Risikoeinschätzung" der BKB. "Die Bank geht davon aus, den Fall in diesem Jahr abzuschliessen", heisst es in der Mitteilung.

GUTE KAPITALISIERUNG

Im BKB-Konzern, der neben dem Stammhaus Basler Kantonalbank im wesentlichen auch die Bank Coop umfasst, resultierte ein Anstieg des Konzerngewinns um 9% auf 137,5 Mio CHF. Die Bank Coop hatte ihr Jahresergebnis bereits vor zwei Wochen veröffentlicht.

Die Konzern-Bilanzsumme war mit -1,1% auf 22,3 Mrd CHF leicht rückläufig. Stark zeigt sich die Kapitalisierung des BKB-Konzerns: Mit einer risikogewichteten Gesamtkapitalquote von 18,2% und einer (ungewichteten) Leverage Ratio von 9,0% liegt diese klar über dem Branchenschnitt.

STRATEGIE 2021

Für das laufende Geschäftsjahr 2017 erwartet die Bank in einem "voraussichtlich unverändert schwierigen Umfeld" ein wiederum verbessertes operatives Ergebnis. Allerdings werde der Gewinnausweis von den weiterhin hohen Investitionen in das Filialnetz und in die Digitalisierung der Kundenschnittstelle geprägt sein.

Nach der "weitgehenden Umsetzung" der Strategie 2017 hat die BKB ihre Ausrichtung noch einmal überprüft. Mit der "Strategie 2021" soll das Wachstum nun in allen Geschäftsfeldern "gesichert und ausgebaut werden". Dabei will die BKB sowohl die Kundenbasis verbreitern wie auch die Ertragskraft erhöhen.

tp/gab

(AWP)