BKW-CEO will weiter zukaufen - Alpiq-Teile wären zu gross

Die BKW will auch im kommenden Jahr weitere Unternehmen dazukaufen. "Es wird ähnlich weitergehen, aber nicht in der Summe der Akquisitionen, weil wir in der Tendenz eher zu den grösseren Unternehmen schauen", sagte CEO Suzanne Thoma in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (online).
08.12.2017 18:31

Nicht (mehr) im Fokus hat BKW allerdings Alpiq, die bekanntlich ihre Wachstumsfelder, also Gebäudetechnik, Energieversorgungs- und Verkehrstechnik sowie Handel und Digitalaktivitäten, für Investoren öffnen will. "Wir haben uns das Vorhaben angeschaut. Wenn alles am Stück veräussert würde, wäre das für BKW zu gross", so Thoma.

Im Bereich Energiedienstleistungs- und Gebäudetechnikbereich sind neben BKW auch andere Unternehmen wie etwa die Alpiq-Tochter Alpiq InTec, der Elektroinstallateur Burkhalter oder neu auch die Poenina-Gruppe als Käufer auf dem Markt. BKW spürt das, wie CEO Thoma zugibt. "Wir sind den meisten grösseren Gesellschaften bei mindestens einer Transaktion begegnet, haben teilweise auch gegen diese Unternehmen verloren", sagt sie. Das sei aber der Wettbewerb. Es gebe zehn bis zwölf spürbare Gruppen am Markt, Poenina werde das Verhältnis aber nicht gross verändern.

Ob es wegen der Zukäufe keine höhere Dividende gibt, lässt Thoma offen. "Die Dividendenpolitik der BKW ist, zwischen 40 und 50% des Reingewinns an die Aktionäre auszuschütten. Das liegt aber in der Kompetenz des Verwaltungsrats." BKW bezahle eine attraktive Dividende, zudem profitierten die Aktionäre auch von einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung.

MEHRERE GROSSE HERAUSFORDERUNGEN

Die mit Abstand grössten Herausforderungen für BKW sind laut der Konzernchefin, die Stromkrise zu meistern, den preisbedingten Umsatzverlust einzudämmen und das Energiegeschäft neu zu positionieren. "Wir verlieren jedes Jahr bei gleichem Stromabsatz rund 100 Mio CHF Umsatz. Ohne Gegenmassnahmen übersetzt sich das in 100 Mio CHF weniger Betriebsgewinn." Das habe BKW bisher mit Einsparungen, mit einer Neupositionierung des Handels, mit dem Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien und mit der Entwicklung des Dienstleistungsgeschäfts Jahr für Jahr "mindestens kompensiert".

Auf die Frage, ob BKW Umsatz und Gewinn in den nächsten Jahren nachhaltig steigern kann, meinte sie: "Wenn wir in den vergangenen sechs Jahren nichts gemacht hätten, hätten wir statt ca. 300 Mio CHF Betriebsgewinn ca. 300 Mio Betriebsverlust." Es werde eine Riesenleistung sein, den aktuellen Betriebsgewinn durch die Stromkrise zu retten. Ein "gewisses Steigerungspotenzial" gebe es allerdings schon.

uh/cf

(AWP)