BKW-Chefin rechnet in nächsten Jahren mit starkem Personalaufbau via Übernahmen

Zürich (awp) - Das Energieversorger BKW hat seit 2013 vierzig Firmen übernommen und den Personalbestand auf 5'000 von 3'000 Mitarbeitende angehoben. "Das wird so weitergehen", sagte CEO Suzanne Thoma in einem Interview mit dem Magazin "Bilanz" (Vorabdruck vom 18. November). BKW plane in den nächsten zwei oder drei Jahren pro Jahr mit je 1'000 neuen Mitarbeitern. Danach werde das personelle Wachstum wohl etwas abflachen, erklärte Thoma.
17.11.2016 14:22

Das Unternehmen habe genug Mittel für Übernahmen. "Wir zahlen unsere Akquisitionen und Investitionen fast ausschliesslich aus dem Cashflow und aus der Reduktion unserer sehr hohen Liquiditätspositionen", sagte die BKW-Chefin weiter. Die Frage sei eher, wie viele Akquisitionen verdaut und wo sinnvoll Mehrwert geschaffen werden könne.

Akquisitorisch tätig geworden ist die BKW in der Gebäudetechnik. "Dieser Markt ist riesig, er hat allein in der Schweiz einen Umsatz von rund 20 Mrd CHF", sagte die BKW-Chefin.

In Bezug auf die langfristigen Perspektiven sagte Thoma: "Unsere Unternehmensstrategie basiert darauf, dass die Kernenergie bald keine wesentliche Rolle mehr spielen wird". Der Kraftwerkpark werde schrumpfen, womit auch der Anteil an der Stromproduktion sinken werde. "Wir wollen gleichzeitig die erneuerbaren Energien entwickeln, die Wasserkraft erhalten, und wir wollen vor allem Produkte und Dienstleistungen rund um die Energieeffizienz in öffentlichen und privaten Infrastrukturen voranbringen", ergänzte die Managerin.

Bei der Entwicklung der Strompreise gehe die BKW nach ihren besten Schätzungen im Moment davon aus, dass sich der Marktpreis in den 2020er Jahren etwas erholen werde und zwar aufgrund der wegfallenden Kraftwerkskapazitäten. "Dann erwarten wir aber bald wieder eine Abschwächung, weil der Anteil von erneuerbaren Energien weiter zunehmen wird", ergänzte Thoma.

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(AWP)