BLKB-CEO gegen lockere Hypothekenvergabe - Keine Sorge vor "Dumping"-Konkurrenz

Liestal (awp) - Die jüngsten Forderungen von Bankenvertretern nach einer lockereren Vergabe von Hypothekarkrediten stossen beim CEO der Baselbieter Kantonalbank (BLKB), Beat Oberlin, auf scharfen Widerspruch: "Da bin ich fundamental dagegen". Es sei sicher nicht gut, in einem "überhitzten Markt" noch Anreize zum Kauf von Wohneigentum zu schaffen, sagt Oberlin, der die Inlandbanken-Branche auch im "Beirat Zukunft Finanzplatz" vertritt, im Interview mit AWP. Private Immobilieneigentümer bräuchten vielmehr eine "langfristige und umfassende Optik".
28.10.2016 13:10

Sollten die Zinsen wieder ansteigen, so würden sie das schnell tun, glaubt der BLKB-Chef. Zudem werde mit den Forderungen unterstellt, dass der Wert von Immobilien immer weiter ansteige. In Gebieten mit geringerer Nachfrage - wie etwa im ländlichen Baselbiet - stimme das aber schon heute nicht mehr. Forderungen nach einer erleichterten Hypothekarvergabe hatten in den vergangenen Wochen vor allem Vertreter der Raiffeisenbank und der Migros-Bank erhoben.

Einer immer schärferen Konkurrenz im Hypothekarmarkt begegne die BLKB mit Gelassenheit, sagt der per Jahresende abtretende CEO der Kantonalbank. Die Bank sei hochrentabel, sie habe zufriedene Mitarbeiter und zufriedene Kunden. "Wenn nun Versicherer mit Dumpingpreisen in den Markt drängen, dann machen wir ein paar Geschäfte weniger." Im Zentrum stehe für die Bank die Qualität der Ausleihungen. Trotz der Finma-Kapitalpuffer habe die BLKB dank einem hohen Eigenkapital-Deckungsgrad auch keine Restriktionen bei der Kreditvergabe.

Die Kantonalbank verfüge zudem über einen Ausgleich zum Heimmarkt Baselland, indem sie schweizweit über die Swissquote Online-Hypotheken vergebe. "Wir waren vor fünfeinhalb Jahren die erste Bank, die Online-Hypotheken eingeführt hat. Dieses Geschäft wächst konstant." Weil die Anforderungen bei den Swissquote-Hypotheken wesentlich strenger seien, handle es sich auch um ein sehr gesundes Portfolio, betonte Oberlin.

Den Bereich "Fintech" will die BLKB weiterhin über Kooperationen ausbauen - so hat sie unlängst etwa eine Partnerschaft mit dem "Robo-Advice"-Unternehmen True Wealth abgeschlossen. "Wir machen uns laufend weitere Überlegungen, wie wir das digitale Thema weiterentwickeln können."

Im Retail-Banking würden in Zukunft die Spielformen zunehmen, meint Oberlin. In einer "Omni-Channel"-Strategie würden Filialen zwar weiterhin eine zentrale Bedeutung haben, sie würden aber gleichgestellt sein mit den anderen Kanälen, prophezeit er.

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP zu lesen)

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(AWP)