BMW-Chef Krüger: Diesel-Dialog war intensiv - Weltmärkte unsicher

Der Autobauer BMW geht auch nach der Diesel-Einigung in der grossen Koalition von einem Fortbestand der Dieseltechnologie aus. "Der Dialog war intensiv", sagte Vorstandschef Harald Krüger am Dienstag auf der Pariser Automesse. "Es war geprägt von zwei Dingen aus meiner Sicht: Den Diesel weiterhin als Technologie auch zu erhalten", sagte der Manager, "und dem Kunden Lösungen für mögliche Fahrverbote zu bieten." Zu Details der Einigung wollte sich Krüger zunächst nicht äussern.
02.10.2018 11:54

Hardwarenachrüstungen sollen nach dem Beschlusspapier der Koalitionsspitzen für solche Diesel-Pkw mit älterer Euro-5-Abgasnorm möglich sein, bei denen der Stickoxidausstoss mittels eines zusätzlich eingebauten SCR-Abgasreinigungssystems unter die Schwelle von 270 Milligramm pro gefahrenem Kilometer gebracht werden kann. Wieviele Autos von BMW in dieser Kategorie auf der Strasse sind, konnte Krüger zunächst nicht sagen. BMW-Autos der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 seien aber im Schnitt besser beim Schadstoffausstoss als der Wettbewerb. "Insofern ist unsere Ausgangsposition sicherlich besser", sagte Krüger.

BMW hatte erst vor kurzem mit einer Gewinnwarnung die Aktionäre geschockt, nun rechnet der Autobauer erstmals seit dem Finanzkrisenjahr 2009 nicht mehr damit, eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von mindestens 8 Prozent zu erreichen. Der strategische Zielkorridor bleibe aber bei 8 bis 10 Prozent, sagte Krüger. Für eine Prognose für das kommende Jahr sei es derzeit aber zu früh.

Die Weltmärkte seien weiter volatil, so der Manager. In China sei BMW auch im September beim Absatz von Premium-Autos prozentual zweistellig gewachsen. Die USA hingegen hätten als Markt den Gipfel hinter sich. In Europa belasteten Brexit und die Marktturbulenzen durch die neue Abgas- und Verbrauchsnorm WLTP. "In UK verkaufen wir weniger Autos, der Markt ist rückläufig, da ist einfach nicht das Vertrauen da", so Krüger. "Wir bereiten uns auf eine schwierige Situation mit dem Brexit schon vor." WLTP sei dagegen ein vorübergehendes Problem. Einige Wettbewerber hatten vor der neuen Abgas- und Verbrauchsnorm mit Rabatten für Marktverwerfungen gesorgt, BMW wollte die Rabattschlacht nach eigenen Angaben aber nicht mitmachen und verlor an Boden./men/nas

(AWP)