BMW trotz hoher Kosten im Kerngeschäft mit Gewinnplus - Dividende steigt

(Ausführliche Fassung) - Der Autobauer BMW kann dank seiner starken Finanzsparte höhere Kosten für neue Automodelle weitgehend abfedern. Der Gewinn stieg im vergangenen Jahr auch dank niedrigerer Steuern um 8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro, wie das Dax -Unternehmen am Donnerstag anhand vorläufiger Zahlen mitteilte - doch ausgerechnet im Kerngeschäft lief es erneut schwächer. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging insgesamt um 2,2 Prozent auf 9,39 Milliarden Euro zurück, weil die Gewinnmarge im Autogeschäft überraschend stark fiel. Die Konzernspitze um Chef Harald Krüger hatte bereits angedeutet, dass Umrüstungen und Marketingausgaben für neue Modelle wie den 5er auch im Winter belasten würden.
09.03.2017 12:26

Am Markt geriet die Aktie am Dax-Ende unter Druck und verlor gegen Mittag 2,7 Prozent. Da konnte auch die um 30 Cent angehobene und damit überraschend hohe Dividende von 3,50 Euro je Stammaktie die Anleger nicht befriedigen. DZ-Bank-Analyst Michael Punzet wertete die Zahlen im Tagesgeschäft als etwas schwächer als gedacht - der Gewinn unter dem Strich und die Dividende lägen aber dafür über den Erwartungen.

DAIMLER ZIEHT IM PREMIUMSEGMENT VORBEI

Im Verkauf läuft es zwar für die Münchener vor allem in Europa und China weiter gut, vergangenes Jahr wurde der Konzern inklusive der Kleinwagenmarke Mini wie bereits bekannt mit 2,4 Millionen Auto gut 5 Prozent mehr Fahrzeuge los. Auch der Umsatz stieg um gut 2 Prozent auf 94,2 Milliarden Euro. Doch BMW verlor nach längerer Zeit beim Absatz im Premiumsegment die Krone an den Rivalen Daimler . Schmerzlicher ist aber wohl, dass die Stuttgarter auch bei der Auto-Rendite mit derzeit zweistelligen Prozentwerten vorneweg fahren. Im Gesamtjahr sank die Rendite im BMW-Kerngeschäft um 0,3 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent.

Das Autogeschäft unterliegt einem teils jahrelangen Modellzyklus: Langwierige und teure Entwicklungsarbeit geht der Markteinführung neuer Autos voraus. Veraltet die Modellpalette, dann sinkt die Rendite. Mit neuen Fahrzeugen soll dann der Aufschwung wiederkommen.

NEUE AUTOS IN DER PIPELINE

So auch bei BMW: Neue Autos sollen in diesem Jahr auf den Markt kommen und die Wende der seit Jahren sinkenden Gewinnmarge in der Kernsparte einleiten. Für neue Modelle geben Autokäufer in aller Regel wegen besserer Ausstattung mehr Geld aus, die Preise können erhöht werden.

Zur angepeilten Marge in diesem Jahr machte das Unternehmen keine Angaben, ohnehin liegt der Zielkorridor zwischen 8 und 10 Prozent. Dieses Jahr will BMW die Auslieferungen an die Kunden weiter steigern.

FINANZGESCHÄFTE DEUTLICH BESSER

Das Geschäft mit Finanzierungsverträgen für Autos und Motorräder läuft dagegen weiter prächtig. Vor Zinsen und Steuern legte das Ergebnis der Sparte um 10 Prozent zu - mittlerweile verdient BMW hier 2,2 Milliarden Euro.

Auch das Vorsteuerergebnis konnte BMW um knapp 5 Prozent steigern. Das Finanzergebnis fiel weit besser aus als im Vorjahr, insbesondere entwickelten sich Absicherungsgeschäfte für Wechselkurs- und Rohstoffpreisrisiken besser, wie ein Sprecher erläuterte./men/ees/jha/

(AWP)