BNP Paribas zahlt höchste Dividende seit der Krise - Milliardengewinn

(Ausführliche Fassung)
05.02.2016 12:29

PARIS (awp international) - Die französische Grossbank BNP Paribas hängt die Deutsche Bank weiter ab. Nach einem Milliardengewinn im vergangenen Jahr wollen die Franzosen nun die höchste Dividende seit der Finanzkrise zahlen. Die Aktionäre sollen nach 1,50 Euro vor einem Jahr nun 2,31 Euro je Anteilsschein erhalten, wie das Institut am Freitag in Paris mitteilte. Die Börse reagierte begeistert. BNP-Aktien legten bis zum Mittag gut vier Prozent zu.

Unter dem Strich verdiente Frankreichs grösstes Geldhaus im vergangenen Jahr 6,7 Milliarden Euro. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle wegen einer Rekordstrafe in den USA lediglich ein Gewinn von 157 Millionen Euro. Im Tagesgeschäft profitierte die Bank nun von Zuwächsen bei Privatkunden und im Investmentbanking.

Die Deutsche Bank befindet sich hingegen mitten im Konzernumbau und hatte in der vergangenen Woche einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro gemeldet. Zwei Jahre lang bekommen deren Aktionäre zudem keine Dividende.

Allerdings herrscht auch bei BNP nicht nur eitel Sonnenschein. So halbierte sich der Überschuss im Schlussquartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 665 Millionen Euro. Dazu trug vor allem eine bereits angekündigte Abschreibung auf das Italien-Geschäft bei. Zudem verbuchte die Bank höhere Regulierungskosten.

Um die Ergebnisse zu verbessern, wollen die Franzosen nun ihr Investmentbanking umbauen. Ziel ist es, mit weniger Kapitaleinsatz mehr Erträge zu erzielen. Mit dem Schritt will die Bank die Risikopositionen um 20 Milliarden Euro und die Kosten um eine Milliarde Euro senken. Hintergrund sind die zunehmend strengeren Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden, die viele Handelsgeschäfte für die Banken weniger lukrativ machen.

Zuletzt hatte BNP sich im Investmentbanking gut geschlagen und Konkurrenten trotz des schwierigen Umfelds an der Finanzmärkten Marktanteile abgenommen. Die Sparte steigerte ihren Vorsteuergewinn 2015 um gut 18 Prozent. Leichte Zuwächse gab es im Privatkundengeschäft. Dazu trug auch das Deutschland-Geschäft bei, zu dem die Consorsbank gehört./enl/stw/stb

(AWP)