Verpackungsmaschinen - Bobst wächst und steigert den Gewinn

Der Verpackungsmaschinenhersteller Bobst hat im Geschäftsjahr 2016 ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als im Vorjahr und die Profitabilität verbessert.
02.03.2017 08:32
Die Bobst Group ist ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie (im Bild Fabrikgebäude in Grenchen).
Die Bobst Group ist ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Verpackungsindustrie (im Bild Fabrikgebäude in Grenchen).
Bild: ZVG

Der Gruppe gelang es, den Umsatz vor allem in Amerika und Asien zu steigern. Den Aktionären gewährt Bobst eine gegenüber dem Vorjahr klar höhere Ausschüttung, doch der Ausblick auf das laufende Jahr bleibt von Vorsicht geprägt.

EBIT und Reingewinn steigerte Bobst im Berichtsjahr jeweils um rund einen Viertel auf 103,7 Mio, resp. 84,3 Mio. Die EBIT-Marge zog um 0,9 Prozentpunkte auf 7,2% an, wie das Unternehmen am Donnerstag schreibt. Damit übertraf Bobst die Erwartungen der Analysten. Im Ausweis gilt es derweil zu beachten, dass Bobst aufgrund der Rechnungsumstellung von IFRS zu Swiss GAAP FER die Ergebnisse aus dem Vorjahr angepasst hat.

Der Umsatz wuchs im Berichtsjahr um 8,7% auf 1,45 Mrd CHF. Das kommt nicht überraschend, nachdem Bobst bereits im Dezember ein Umsatzwachstum auf leicht über 1,4 Mrd in Aussicht gestellt hatte.

Bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen legte die Gruppe organisch um 6,7% zu. Die bereits im Jahr 2015 getätigte Übernahme von Nuova Gidue Srl sowie die Anfang 2016 in der Türkei eröffnete Tochtergesellschaft liessen den Umsatz um 16,1 Mio oder 1,2% und Wechselkursveränderungen um 10,8 Mio bzw. 0,8% ansteigen.

Wachstum in USA und Asien

In der zweiten Jahreshälfte 2016 belief sich der Umsatz von Bobst auf 847 Mio CHF gegenüber 600 Mio in den ersten sechs Monaten und 806 Mio im zweiten Halbjahr 2015. Derweil habe man den Umsatz im Gesamtjahr mit den Sheet-fed-Produkten um 8,5% auf 714 Mio gesteigert, heisst es weiter. Dieser Anstieg sei von einer starken Nachfrage nach Produkten für die Wellpappenindustrie getrieben worden. Das Geschäft in der Faltschachtelindustrie habe sich demgegenüber stabil entwickelt und der Verkauf von Web-fed-Produkten nahm um 4,0% auf 309 Mio zu.

Mit Spezialmaschinen und komplexen Anlagen erzielte Bobst einen Umsatz in etwa auf "gleich niedrigem Niveau" wie in 2015. Dagegen habe jener mit Dienstleistungen und Ersatzteilen stark um 13% auf 423 Mio CHF zugenommen. Dies sei das beste Jahr seit Schaffung des Geschäftsbereichs Service im Jahr 2010 gewesen.

Nach Regionen betrachtet kam das Geschäft in Europa mit einem Umsatzwachstum von 1,4% auf 662 Mio CHF nur schleppend voran. Verbesserungen etwa in Italien, der Schweiz und der Ukraine seien durch niedrigere Umsätze in Polen, Deutschland, Grossbritannien und Österreich teilweise zunichte gemacht worden. In Nord- und Südamerika verbesserte sich dank Steigerungen in den USA und Mexiko um 11% auf 427 Mio und Asien/Ozeanien wuchs um 16% auf 307 Mio. Dort sei der Anstieg hauptsächlich Ländern wie Japan, Türkei, Australien und Vietnam zuzuschreiben.

Höhere Dividende

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat eine Dividendenerhöhung auf 1,70 CHF je Titel nach zuvor 1,25 CHF vor. In der Bilanz stiegen die liquiden Mittel um 46,3 Mio CHF an und brachten so die Netto-Cash-Position auf einen Stand von 51,3 Mio im Vergleich zu einer Nettoverschuldung von 1,7 Mio im Jahr 2015. Die Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROCE) gibt Bobst mit 19,9% nach zuvor 16,0% an.

Nebst dem Wachstum und der guten Auslastung der Produktionskapazitäten hätten auch Verbesserungsmassnahmen zur Steigerung der Profitabilität geführt, heisst es in der Mitteilung weiter. Derweil geht Bobst für 2017 von einem "weiteren unberechenbaren Jahr" aus.

Vor diesem Hintergrund bestätigt Bobst die im Dezember veröffentlichte Prognose. Die Gruppe rechnet im laufenden Jahr, einen mit 2016 vergleichbaren Umsatz zu erzielen. Ausserdem dürfte sich auch der EBIT auf Vorjahresniveau bewegen. Darüber hinaus soll die Eröffnung der dritten Produktion in China Anfang 2018 oder der Aufbau eines Kompetenzzentrums für Digitaldrucktechnologie weiteren Schub geben.

Im Verwaltungsrat kommt es indessen zu einer Veränderung. Ulf Berg werde sich an der Generalversammlung vom 6. April nicht mehr zur Wahl stellen und soll durch Nestlé-Konzernleitungsmitglied Patrice Bula ersetzt werden.

(AWP)