Börse - Aktien Schweiz: Abgaben vor allem wegen Nestlé und Novartis

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochvormittag klar im Minus.
08.01.2020 11:45

Der Vergeltungsschlag des Iran gegen US-Militärbasen im Irak sorgt zwar weltweit für eine wieder erhöhte Nervosität, angesichts dessen sind die Abschläge an der hiesigen Börse aber eher moderat. Der Grossteil davon geht zudem auf das Konto der ansonsten in turbulenten Börsenphasen vergleichsweise stabilen Schwergewichte Nestlé und Novartis, was die Abgaben des Gesamtmarktes zusätzlich relativiert.

Einen eher sachlichen Kommentar zum Geschehen im Iran äusserte beispielsweise die UBS. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran dürften zwar anhalten, heisst es bei der Grossbank. Eine grössere militärische Eskalation sei aber nicht zu erwarten, da daran beide Seiten kein Interesse hätten.

Ein Händler in Zürich meinte zudem, dass die Vergangenheit bewiesen habe, dass politisch bedingte Kursrückschläge von den Investoren rasch als Einstiegsmöglichkeit genutzt würden.

Nestlé erfährt Herabstufung

Der SMI notiert um 10.55 Uhr 0,45 Prozent tiefer bei 10'638,28 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI gibt 0,31 Prozent auf 1'639,36 Punkte nach und der breite SPI 0,43 Prozent auf 12'868,94 Punkte. Bei den 30 SLI-Titeln kommt auf zwei Verlierer ein Gewinner.

Die grössten Verlierer unter den Bluechips sind derzeit ABB (-0,9 Prozent) und Nestlé (-0,8 Prozent). Letztere werden von einer Abstufung durch Exane BNP Paribas auf "Underperform" von "Neutral" gebremst. Der Preis der Aktie reflektiere die gute Performance des Managements bereits ausreichend, hiess es dazu. Es dürfte Nestlé schwer fallen, das Wachstum im laufenden Jahr noch zu beschleunigen.

Um je 0,8 Prozent büssen dahinter Zurich und Kühne+Nagel an Wert ein. Auch die Aktien des Logistikunternehmens wurden von Exane BNP Paribas abgestuft. Neben Nestlé belasten indes insbesondere Novartis (-0,7 Prozent) den Gesamtmarkt. Nach dem starken Vorjahr mit einem Plus von beinahe 24 Prozent fielen die jüngsten Äusserungen von Analysten zurückhaltender aus.

Schindler soll in Familienhand bleiben

Etwas im Fokus stehen die PS von Schindler (-0,4 Prozent), welche im breiten Mittelfeld liegen. Beim Lift- und Rolltreppenhersteller wird es in den kommenden zwei Jahren zu einer Reihe von grossvolumigen ausserbörslichen Aktien-Transaktionen kommen, wie er am Mittwoch mitteilte. Die durch einen Aktionärsbindungsvertrag verbundenen Familien nehmen Umschichtungen zwischen der vierten und fünften Generation vor mit dem Ziel, dass der Konzern langfristig als Familienunternehmen in Schweizer Hand bleibt.

Auf der Gegenseite sind volatilen AMS (+2,4 Prozent) am meisten gesucht. Logitech (+0,8 Prozent) erhalten von einem positiven Kommentar von Goldman Sachs Rückenwind. Das amerikanische Institut hat das Kursziel erhöht und die Empfehlung "Buy" für den Titel bestätigt. Gefragt sich überdies Julius Bär (+0,7 Prozent), während die Grossbanken UBS (+0,2 Prozent) und CS (+0,1 Prozent) lediglich knapp über dem Schlussstand vom Vortag stehen.

 

 

Im breiten Markt fallen Stadler Rail mit einem Minus von 4,2 Prozent auf. Hier hat die UBS die Gewinnschätzungen und das Kursziel für die Aktien reduziert. Stadler könnte gemäss der UBS die bereits für das erste Halbjahr 2019 gesenkte Prognose auch für das gesamte 2019 verfehlen, was unter anderem mit Herausforderungen bei der Produktionsausweitung sowie mit Verzögerungen bei der Auslieferung begründet wird.

U-Blox büssen nach einer Abstufung auf "Reduce" durch Mainfirst 3,1 Prozent an Wert ein. Und Rieter (-4,2 Prozent) sind schwach, nachdem Baader Helvea den Titel auf "Reduce" von zuvor "Buy" direkt um zwei Stufen zurückgenommen hat. Ypsomed (+4,2 Prozent) profitieren hingegen von der Wiederabdeckung durch die Bank Vontobel mit dem Rating "Buy".

(AWP)

 

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