Börse - Aktien Schweiz: Klar fester - ABB und UBS gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet und hat die Avancen in der Folge ausgebaut.
28.04.2020 11:45

Der Leitindex SMI rückte dabei über die Marke von 9'850 Punkten vor, wo er letztmals Anfang März gestanden hatte. An der Börse habe sich mit Blick auf die in diversen Ländern umgesetzten oder angekündigten Corona-Lockerungen die Hoffnung breitgemacht, die Krise könnte weniger stark als befürchtet auf die Weltkonjunktur durchschlagen, meinten Händler.

Besonders nachgefragt sind am Schweizer Markt nach Vorlage von Geschäftszahlen die Aktien der UBS und ABB. Dagegen bewegen sich Novartis nach Publikation des Quartalsberichts kaum vom Fleck.

Trotz der Avancen bleibe am Markt auch Zurückhaltung zu spüren, berichten Börsianer weiter. Der wieder gefallene Ölpreis werde mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen. Und die zuletzt stark gestiegenen Kurse liessen zum Teil Befürchtungen über neuerliche Korrekturen aufkommen.

Warten auf geldpolitische Schlüsse

Zudem sei wegen der anstehenden geldpolitische Beschlüsse führender Zentralbanken vielerorts Abwarten angesagt. Grundsätzlich sei aber die Zuversicht der Anleger gross, dass die grossen finanziellen Anstrengungen führender Notenbanken, die Welt vor einer tiefgreifenden und langanhaltenden Rezession bewahren, heisst es weiter.

Die US-Notenbank beginnt heute mit ihren zwei Tage dauernden Beratungen zur Zinsentscheidung. Am Donnerstag folgt dann die EZB.

Der SMI steigt gegen 10.50 Uhr um 0,99 Prozent auf 9'854,95 Punkte und liegt damit nahe am Tageshoch. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Akten enthalten sind, legt um 1,08 Prozent auf 1'422,36 und der breit gefasste SPI um 0,70 Prozent auf 12'165,25 Stellen zu. 22 der 30 SLI-Titel verzeichnen Gewinne.

Zahlen beeindrucken die Anleger

Angeführt wird das Gewinnerfeld bei den Blue Chips von UBS (+4,7 Prozent) und ABB (+5,0 Prozent). Beide Konzerne haben die Anleger mit Zahlen zum ersten Quartal überzeugt, obwohl sie auch vor den Unsicherheiten rund um die Coronakrise warnten.

Allgemein haben Analysten an den UBS-Ergebnissen wenig auszusetzen. Zwar fielen die für allfällige Kreditverluste zurückgestellten Beträge höher als erwartet aus, jedoch lieferten die Vermögensverwaltung, das Investment Banking oder auch das Asset Management gute Ergebnisse. Im Sog von UBS legen auch weitere Finanztitel wie CS um 3,2 Prozent, Julius Bär um 2,4 Prozent oder die Versicherer Zurich Insurance (+2,3 Prozent) und Swiss Life (+1,6 Prozent) kräftig zu.

ABB übertraf die Erwartungen der Analysten trotz Umsatz- und Gewinnrückgang ebenfalls und erfreute die Investoren zudem mit dem Festhalten am Plan, mit dem Erlös aus Stromnetzsparten-Verkauf Aktien zurückzukaufen. Ernsthaftere Bremsspuren aufgrund der Corona-Krise könnten aber laut Analysten erst noch auftreten.

Novartis hinken hinter Markt her

Die schwergewichtigen Novartis (+0,4 Prozent) hinken derweil dem Markt etwas hinterher. Hier belaste der Ausblick etwas, meinen Händler. Die Aktie zeigte sich zu Handelsbeginn aber ziemlich volatil. Stärker zulegen können die Genussscheine des Branchennachbarn Roche (+1,0 Prozent) oder Zykliker wie LafargeHolcim (+2,4 Prozent) und Adecco (+1,7 Prozent).

Grösste Verlierer sind auf der anderen Seite Schindler (-1,8 Prozent) nach einer negativen Analysteneinschätzung. AMS (-1,7 Prozent) büssen im Vorfeld der morgigen Quartalsberichterstattung an Wert ein und Vifor Pharma (-1,1 Prozent) sowie Kühne+Nagel (-1,0 Prozent) geben ebenfalls klar nach. Zudem lasten die Abgaben des Schwergewichts Nestlé (-0,2 Prozent) aus den Gesamtmarkt.

Cembra fallen wegen Prognose-Rückzugs

Am breiten Markt fallen unter anderem Bucher (-1,4 Prozent resp. -4,00 Fr.) auf. Der Industriekonzern hat Zahlen vorgelegt, welche bereinigt um den heutigen Ex-Dividende-Effekt (8,00 Fr.) positiv aufgenommen werden.

Cembra Money Bank fallen um 2,4 Prozent zurück. Der Kreditspezialist hat wegen den derzeitigen Unsicherheiten die Prognosen für 2020 zurückgezogen. Im ersten Quartal wuchs das Geschäft zwar leicht, doch sind die Umsätze im Kreditkartengeschäft im Zuge der Coronakrise im März deutlich zurückgegangen.

Polyphor brechen gar um 6,3 Prozent ein. Das Biotech-Unternehmen musste fürs erste Quartal einen Verlust ausweisen, sieht sich aber bis in einem Jahr finanziert.

(AWP)

 
Aktuell+/-%
SMI10'229.97+0.85%
UBS Group N11.135+1.23%
ABB N22.96+0.70%
Novartis N82.00+0.12%
Ölpreis (Brent)43.25+2.06%
SLI1'543.41+1.02%
SPI12'670.41+0.82%
Julius Baer Grp N40.71+1.07%
CS Group N9.860+2.09%
Zurich Insur Gr N340.80+1.70%
Swiss Life Hldg N351.20+1.86%
Roche Hldg G332.05-0.27%
Vifor Pharma N142.25+0.64%
LafargeHolcim N42.49+1.68%
Adecco Group N44.51+0.07%
Cembra Money Bk N94.90+1.88%
Schindler Hldg N238.20+1.19%
ams I16.350+6.07%
Polyphor N6.600+2.96%
Bucher Industries N277.40+1.02%
Kuehne+Nagel Int N157.20+1.16%
Nestle N107.16+1.50%