Boom der Autobranche verschafft Continental erfolgreichen Jahresstart

(Ausführliche Fassung) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat zum Start ins neue Geschäftsjahr vom Boom der Autobranche profitiert. Umsatz und operatives Ergebnis des weltweit drittgrössten Autozulieferers stiegen im ersten Quartal stärker als von Experten erwartet. "Trotz gestiegener Rohstoffpreise deutet alles darauf hin, dass wir unsere selbstgesteckten, anspruchsvollen Ziele 2017 sicher erreichen können", sagte Vorstandschef Elmar Degenhart am Freitag vor der Hauptversammlung.
28.04.2017 10:41

2017 will Conti das Wachstum in einem "unbeständigen Umfeld" beschleunigen und das operative Ergebnis steigern. Konzernweit peilt Conti im laufenden Jahr einen Umsatz von mehr als 43 Milliarden Euro an - ein Plus von mehr als 6 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Zahlen auf rund 1,2 Milliarden Euro - nach 1,1 Milliarden Euro im Startquartal 2016.

Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Schnitt etwas weniger erwartet. Die Conti-Reifensparte kämpft mit im Jahresvergleich deutlich höheren Kautschukpreisen. Die detaillierten Zahlen für das erste Quartal will der Konzern am 9. Mai veröffentlichen.

An der Börse sorgten die Eckdaten für ein Kursplus. Die Aktie setzte ihre jüngste Erholung von den Rückschlägen im Herbst nach einer Gewinnwarnung fort. In der Spitze verteuerte sich das Papier um bis zu 2,59 Prozent auf 209,95 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2016. Seit dem Zwischentief im November zog der Börsenwert des Unternehmens um ein Drittel auf 41 Milliarden Euro an.

Vor allem die Autozuliefersparte trug den Angaben zufolge im ersten Quartal überproportional zum Umsatzanstieg bei. In dem Segment kommt dem Konzern vor allem zugute, dass die deutschen Autobauer mit kräftigem Rückenwind ins Jahr gestartet sind - Daimler , BMW und der VW -Konzern meldeten jeweils deutliche Gewinnsteigerungen. 2016 hatte Conti von den Kunden in der Branche Aufträge für insgesamt 35 Milliarden Euro eingesammelt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Continental angekündigt, in die Entwicklung von Elektroantrieben bis 2021 rund 300 Millionen Euro zusätzlich zu stecken. Bis 2021 wolle Conti den Umsatz mit elektrifizierten Antrieben von zuletzt 130 Millionen auf dann bis zu eine Milliarde Euro steigern, sagte Spartenchef Jose Avila Anfang der Woche. Bis 2025 sieht er zusätzliches Umsatzpotenzial von zwei Milliarden Euro. Degenhart rechnet für 2025 mit einem Marktanteil für rein elektrische Antriebe von etwa zehn Prozent. Für Hybridantriebe werde der Anteil voraussichtlich fast 30 Prozent betragen./tst/DP/zb

(AWP)