Börsenbetreiberin SIX mit mehr Gewinn dank Immobilienverkauf

(Zusammenfassung)
02.09.2016 16:28

Zürich (awp/sda) - Die Börsenbetreiberin und Finanzdienstleisterin SIX hat den Gewinn im ersten Halbjahr spürbar gesteigert. Grund dafür ist ein Immobilienverkauf, der 26 Mio CHF in die Kasse spülte. Ohne diesen einmaligen Geldsegen wäre der Gewinn gesunken.

Allerdings fällt im diesjährigen Semesterergebnis der Beitrag der Indexanbieterin Stoxx weg, die im Sommer 2015 an die Deutsche Börse verkauft worden war. Diese habe Vorjahr noch einen operativen Gewinn von beinahe 13 Mio CHF erzielt, sagte SIX-Finanzchef Stefan Mäder am Freitag der Nachrichtenagentur sda. Wenn man diesen Effekt herausrechne, wäre der SIX-Betriebsgewinn heuer leicht gestiegen.

Insgesamt konnte die SIX den Betriebsgewinn (EBIT) um knapp 10% auf 172,9 Mio CHF erhöhen, während sich der Betriebsertrag der Gruppe lediglich um 3% auf 913,3 Mio CHF erhöhte. Der Reingewinn verbesserte sich um beinahe 6% auf 134,9 Mio CHF.

Mit Ausnahme der Schweizer Börse konnte die SIX-Gruppe den Betriebsgewinn in allen Geschäftsbereichen erhöhen. Die Wertschriftenabwicklung und -verwahrung zeigte dabei die stärkste Verbesserung: Hier kletterte der operative Gewinn dank dem Verkauf der Liegenschaft in Zürich um gut die Hälfte auf 46,6 Mio CHF. Ohne den Verkauf wäre der EBIT der Sparte aber gesunken.

Bei der grössten Sparte Zahlungsverkehr stieg der EBIT um knapp ein Viertel auf 46 Mio CHF. Dank einer anhaltenden Kostendisziplin habe man die Profitabilität signifikant erhöht, hiess es. Auch die Finanzinformations-Sparte warf mit 24,9 Mio CHF rund 7% mehr operativen Gewinn ab.

WENIGER HANDEL AN SCHWEIZER BÖRSE

Federn lassen musste dagegen die Schweizer Börse, die im vergangenen Jahr zeitweise Rekordvolumen im Börsenhandel bewältigen musste, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1,20 CHF am 15. Januar 2015 aufgehoben hatte. Zudem fiel der Gewinn der Indexanbieterin Stoxx weg.

Dies alles liess den Betriebsertrag der Schweizer Börse in den ersten sechs Monaten 2016 um knapp 14 Prozent auf 95,5 Mio CHF schmelzen. Der EBIT tauchte gar um 39 Prozent auf 34,3 Mio CHF. Das Wertschriftengeschäft sei schwach gewesen, schrieb die SIX.

Die Anzahl der Abschlüsse an der Schweizer Börse sank um 3,6%, der Handelsumsatz gar um 8,7%. Zudem macht die Konkurrenz durch alternative Handelsplattformen der Schweizer Börse zu schaffen: Der durchschnittliche Marktanteil am Handel mit Aktien von Schweizer Grosskonzernen fiel von 68,9 auf 64,2%.

Die grössten Konkurrenten für die Schweizer Börse sind die alternativen Handelsplattformen Chi-X und Bats mit einem Marktanteil von je etwa 12% am Handel mit Aktien von Schweizer Grosskonzernen. Dahinter kommen Turquoise mit gut 9% Marktanteil und Aquis mit etwa 2% Marktanteil.

Die SIX betreibt die schweizerische Finanzplatzinfrastruktur und bietet weltweit Dienstleistungen in den Bereichen Wertschriftenhandel und -abwicklung sowie Finanzinformationen und Zahlungsverkehr an. Das Unternehmen befindet sich im Besitz seiner Nutzer (rund 130 Banken).

tp

(AWP)