Börsenfusion zwischen Frankfurt und London vor möglichem Aus

Die beabsichtigte Fusion der Frankfurter Börse und der London Stock Exchange (LSE) steht vor einem möglichen Aus. Nach Angaben vom Sonntagabend will die LSE eine von der EU gestellte Vorbedingung nicht erfüllen. Der geforderte Verkauf von Mehrheitsanteilen an der elektronischen Handelsplattform MTS sei "ausser Proportion", teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Angesichts der Positionen der EU-Kommission rechnet die LSE nun damit, dass eine Zustimmung der Kommission zur Fusion "unwahrscheinlich" sei.
27.02.2017 06:36

Die Deutsche Börse und die LSE wollen den grössten europäischen Börsenbetreiber schmieden. Die EU-Kommission hatte Ende September eine vertiefte Prüfung des geplanten Zusammenschlusses eingeleitet. Die Wettbewerbshüter haben unter anderem die Sorge, dass durch die Zusammenlegung der Clearinghäuser der beteiligten Unternehmen etwa bei Anleihegeschäften der Wettbewerb ausgeschaltet werden könnte.

Die Clearingstellen sind zwischen den Vertragsparteien einer Transaktion angesiedelt und übernehmen das gegenseitige Ausfallrisiko. Dafür müssen Marktteilnehmer ihnen Sicherheiten zur Verfügung stellen. Das fusionierte Unternehmen würde nach ursprünglichem Plan mit rund 150 Milliarden Euro über den weltweit grössten Sicherheiten-"Pool" verfügen./cha/DP/stk

(AWP)