Bossard schraubt Gewinn 2016 auf Rekordniveau und erhöht Dividende

(Ausführliche Fassung) - Das auf Verbindungstechnologie spezialisierte Unternehmen Bossard hat im Geschäftsjahr 2016 sowohl mit dem EBIT als auch mit dem Reingewinn klar zugelegt und damit ein neues Rekordniveau erreicht. Entsprechend wird die Dividende erhöht. Auch der bereits früher publizierte Umsatz legte klar zu, wobei eine Akquisition in den USA stützte. Für das Geschäftsjahr 2017 zeigt sich das Unternehmen "grundsätzlich positiv", wobei auch vor den Gefahren der verschiedenen Wahlen in Europa gewarnt wird.
08.03.2017 07:35

Der operative Gewinn auf Stufe EBIT nahm um knapp 12% auf 78,5 Mio CHF zu und die EBIT-Marge um 60 Basispunkte auf 11,3%. Dieser Leistungsausweis stütze sich auf ein Produkt- und Dienstleistungsangebot ab, das in den vergangenen Jahren stetig erweitert worden sei, teilt Bossard am Mittwoch mit. Einen wichtigen Beitrag dazu hätten auch die Akquisitionen geleistet. Wie sich aus der Rentabilitätsentwicklung ablesen lasse, seien alle Übernahmen erfolgreich ins Konzerngefüge integriert worden.

Der Reingewinn erhöhte sich um 15% auf 62,4 Mio CHF. Entsprechend der Ausschüttungspolitik, welche die Auszahlung von 40% an die Aktionäre vorsieht, soll die Dividende um 10% auf 3,30 CHF je Aktie erhöht werden. Bossard hat damit die Schätzungen der Analysten leicht übertroffen.

KRÄFTIGES WACSHTUM VOR ALLEM IN DEN USA

Der Umsatz war bereits im Januar bekanntgegeben worden. Er wuchs 2016 insgesamt um 5,9% auf 695,0 Mio CHF, entsprechend einem Plus in Lokalwährungen (LW) von 5,0%. Insbesondere in Europa und den USA verbuchte das Unternehmen ein Plus, während Asien nur geringfügig zulegte. In den USA machte sich im vierten Quartal eine Übernahme positiv bemerkbar.

In Europa verzeichnete Bossard einen Umsatzanstieg in Franken von 4,7% (LW 3,6%) auf 401,6 Mio CHF. In der zweiten Jahreshälfte habe die Wachstumsdynamik klar nach oben gezeigt und das vierte Quartal einen Zuwachs von 8,2% verbucht, hiess es dazu im Januar. Dazu hätten die meisten Länder beigetragen. Positiv hat sich auch das Geschäft in der Schweiz entwickelt, das in den vorangegangenen Quartalen den Auswirkungen der markanten Frankenaufwertung von Anfang 2015 Tribut zollte.

Die Verkäufe in der Region Amerika stiegen vor allem dank des grösseren Umsatzes mit dem Elektroautobauer Tesla um 12% (LW 9,3%) auf 186,1 Mio. Im vierten Quartal betrug das Plus 39%, vor allem dank der Akquisition des Unternehmens Arnold Industries per September 2016. Bereinigt um diesen Effekt stieg der Absatz im Gesamtjahr immer noch um 6,3% und im Schlussquartal gar um rund 15%.

In Asien wiederum wuchsen die Verkäufe im Gesamtjahr nur geringfügig um 0,6% auf 107,3 Mio (LW 3,1%) und im Schlussquartal um 3,4% (LW 5,6%).

GRUNDSÄTZLICH POSITIV FÜR 2017

Für das Jahr 2017 zeigt sich das Unternehmen "grundsätzlich positiv", was das Wachstumspotential betrifft. Dies auch, weil sich zuletzt wichtige makroökonomische Indikatoren stabilisiert hätten und nun deutlicher nach oben tendieren würden, wie es heisst. So werde für das laufende Jahr ein Umsatz zwischen 750 und 760 Mio CHF angestrebt, dies unter Annahme gleicher Währungsverhältnisse wie 2016 und ohne grundlegende Veränderungen in den Marktregionen. Dies würde einem Wachstum um knapp 8 bis über 8% entsprechen. Rechnet man 40 Mio USD der übernommenen Arnold Industries heraus, ergäbe sich ein organisches Wachstum im Bereich von gut 2 bis gut 3%.

Eine detaillierte Prognose für das Gesamtjahr zu diesem Zeitpunkt sei - trotz einem gelungenen Start ins Jahr - noch verfrüht, zumal verschiedene Märkte von politischen Unwägbarkeiten überschattet werden könnten. Die wirtschaftspolitischen Auswirkungen der Wahlen in Frankreich oder Deutschland seien noch nicht abzuschätzen und für die USA bleiben abzuwarten, wie sich die veränderte Wirtschafts- und Handelspolitik auswirken werde.

cf/rw

(AWP)