Brenntag erhöht Dividende - 2017 Wachstum erwartet

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Analyst und Aktienkurs) - Der Chemikalienhändler Brenntag hat wegen eines schwierigen Amerika-Geschäfts eingedampften Ziele 2016 erreicht und erhöht die Dividende. "Wir halten an unserer Strategie in allen Regionen fest und sehen Brenntag bestens gerüstet, um 2017 den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen", sagte Unternehmenschef Steven Holland am Dienstag. Auch in Nordamerika dürfte sich das Umfeld schrittweise verbessern. Das Öl- und Gasgeschäft zeige eine stabile Entwicklung und sollte keinen weiteren Gegenwind darstellen. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) sollen im laufenden Jahr wachsen.
07.03.2017 11:05

Im abgelaufenen Jahr legte der Umsatz des MDax-Konzerns wegen Schwierigkeiten in Nordamerika und einer schwachen Nachfrage in Lateinamerika nur um 1,5 Prozent auf knapp 10,5 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich leicht um 0,3 Prozent auf 810 Millionen Euro. Der Wert liegt genau in der Mitte der zuletzt angepassten Zielspanne.

Der Überschuss ging leicht von 365 auf 360 Millionen Euro zurück. Die Dividende soll dennoch um 5 Prozent auf 1,05 Euro je Aktie steigen. Auch in den kommenden Jahren will Brenntag nach eigenen Angaben "eine attraktive Dividende" zahlen. Angestrebt werde nun eine Ausschüttungsquote von 35 bis 50 Prozent.

Am Finanzmarkt konnte Brenntag nicht wirklich punkten. Am Vormittag sank der Kurs der Aktien als schwächster MDax-Wert um 2,68 Prozent. Die Titel hatten seit November deutlich zugelegt. Diese Erholung reflektiert aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Thomas Maul die Hoffnung auf eine starke Erholung von Brenntags US-Geschäft. Der Ausblick des Vorstands für 2017 sei mit Blick auf die schwache Vergleichsbasis zu erwarten gewesen. Ein Händler bewertete die Resultate des Chemikalienhändlers zwar als eher durchwachsen. Doch überzeuge der Ausblick durchaus. So sei am Markt mit vorsichtigen Aussagen des Unternehmens gerechnet worden.

Während die Geschäfte in Europa und vor allem in Asien besser liefen und Brenntag dort zudem von seinen Zukäufen profitierte, belasteten wirtschaftliche Probleme das Amerika-Geschäft. Brenntag litt in Nordamerika 2016 vor allem unter einer geringen Nachfrage aus der Öl- und Gasindustrie. In Lateinamerika machte die schwierige wirtschaftliche Lage in Brasilien und Venezuela dem Unternehmen stark zu schaffen.

Weltweit beschäftigt Brenntag rund 15 000 Mitarbeiter. Grösster Konkurrent ist die US-Firma Univar aus Redmond im Bundesstaat Washington./jha/stw/she

(AWP)