Brenntag startet mit mehr Gewinn ins Jahr - Aktie dennoch am Indexende

(Ausführliche Fassung) - Eine starke Nachfrage in Europa und eine Erholung in den USA haben dem Chemikalienhändler Brenntag im ersten Quartal zu mehr Gewinn verholfen. Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend stark um rund 43 Prozent auf knapp 95 Millionen Euro. Dies verdankte Brenntag aber auch einer gesunkenen Steuerquote. Im operativen Geschäft legte das Ergebnis nur um fünf Prozent zu - und sorgte am Mittwoch nach Bekanntgabe der Zahlen für Enttäuschung am Finanzmarkt.
10.05.2017 11:37

Am Morgen verlor die Brenntag-Aktie 4,06 Prozent an Wert auf 53,90 Euro und war damit mit Abstand Schlusslicht im MDax. Tags zuvor hatte die Brenntag-Aktie mit 56,32 Euro exakt wieder ihren Höchststand seit August 2015 erreicht. In zwei Wochen hatte sie dabei gut 7,5 Prozent zugelegt.

Für 2017 zeigte sich Brenntag-Chef Steven Holland zuversichtlich, den um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) wie geplant "deutlich" zu steigern, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Im Gegensatz zu seiner Einschätzung vom März dürfte das schwächelnde Geschäft in Lateinamerika jedoch nicht zu diesem Anstieg beitragen.

Im ersten Quartal legte Brenntags Umsatz um 15 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro zu und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis stieg jedoch nur um fünf Prozent auf rund 202 Millionen Euro. Hier hatten Experten mehr erwartet.

Den Anstieg verdankte Brenntag vor allem der Entwicklung im Asien-Pazifik-Raum, in Nordamerika sowie in der Region EMEA, die Europa, den Nahen Osten und Afrika umfasst. In EMEA sei das Ergebniswachstum vor allem auf "eine sehr positive, breite Entwicklung in einer Vielzahl von europäischen Ländern zurückzuführen", hiess es.

Schwierig sieht die Lage jedoch weiterhin in Lateinamerika aus. Der operative Gewinn brach dort aufgrund einer schwachen Nachfrage in mehreren Ländern um mehr als ein Viertel ein./stw/she/stb

(AWP)