Brenntag verdient im Auftaktquartal mehr - Aktie Spitzenreiter im MDax

Eine starke Nachfrage in Europa und Asien hat dem Chemikalienhändler Brenntag im ersten Quartal zu mehr Gewinn verholfen. Auch die Geschäfte in Nordamerika liefen deutlich besser, allerdings zehrten die ungünstigen Wechselkurs aufgrund des starken Euro die Zuwächse komplett auf. In Lateinamerika trat Brenntag auf der Stelle, aber verdiente wechselkursbedingt deutlich weniger als ein Jahr zuvor.
09.05.2018 11:28

Am Aktienmarkt kam die Vorlage des Zwischenberichts gut an. Die Aktien des Chemikalienhändlers eroberten die 200-Tage-Linie zurück und kletterten in der Spitze um fast 7 Prozent auf das höchste Niveau seit Mitte März. Zuletzt lag ihr Kurs am Vormittag noch mit 4,6 Prozent im Plus bei 51,22 Euro.

"Mit dem ersten Quartal ist Brenntag gut in das Jahr 2018 gestartet" schrieb Unternehmenschef Steven Holland in einem Aktionärsbrief bei Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch. Im laufende Jahr will Brenntag beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) weiterhin deutlich zulegen. Dazu beitragen sollen alle Regionen, aber auch Sparprogramme.

Im ersten Quartal wuchs das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent auf knapp 207 Millionen Euro zu. Während der Überschuss um rund 12 Prozent auf 106 Millionen Euro zulegte, verharrte der Umsatz - belastet von Wechselkurseffekten - mit knapp drei Milliarden Euro auf dem Vorjahresniveau. Den Löwenanteil seines Umsatzes erwirtschaftet Brenntag weiterhin in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Analyst Philip Richards von Goldman Sachs lobte in erster Reaktion die verbesserte Marge des Konzerns. Am Markt habe es einige Bedenken hinsichtlich des Gewinnpotenzials gegeben. Auch Adrian Pehl von der Commerzbank äusserte sich positiv. Die Resultate von Brenntag hätten in der Vergangenheit stark geschwankt. Dass die Entwicklung nun die Erwartungen erfüllt habe, sei daher eine positive Nachricht, so der Experte.

Weltweit beschäftigte Brenntag gut 15 000 Mitarbeiter. Grösster Konkurrent ist die US-Firma Univar aus Redmond im Bundesstaat Washington./mne/stw/jha/

(AWP)